Fällt Italien, fällt der Euro. Fällt der Euro, fällt die EU.

<p>Merkel hat sich bereits 2015 den Zorn der südlichen EU-Mitgliedstaaten auf sich gezogen. Auch von der Leyen stand schon in der Kritik, als sie die deutsche Ablehnung von eurobonds unterstützte.</p>
Merkel hat sich bereits 2015 den Zorn der südlichen EU-Mitgliedstaaten auf sich gezogen. Auch von der Leyen stand schon in der Kritik, als sie die deutsche Ablehnung von eurobonds unterstützte. | Foto: dpa

Wenn sich die EU-Kommission bemüßigt sieht, PR-Kampagnen für die angebliche Solidarität in der EU aufzulegen und dabei auf einige Dutzend Transfers von Intensivpatienten von einem in ein anderes Mitgliedland verweisen muss, während auf der anderen Seite die nationalen Regierungen Hunderte Milliarden Euro freisetzen, um die eigene, nationale Wirtschaft zu retten, dann kommt das einem Offenbarungseid gleich. Auch die europäische Freizügigkeit wurde längst auf dem Corona-Altar geopfert: Einige Länder, darunter Belgien, haben die Grenzen zu den Nachbarstaaten geschlossen. In Europa herrscht längst wieder Kleinstaaterei.

Dabei wäre Europa, nach Subsidiaritätskriterien, die richtige Ebene, um mit dieser Pandemie umzugehen. Doch Brüssel scheint in diesen Tagen Lichtjahre entfernt. Die EU-Finanzminister hatten und haben es in der Hand – man hat sich erneut zur Videokonferenz verabredet – ein starkes Zeichen zu setzen. Und das wäre, diese Krise zu nutzen, um der Welt und den nimmersatten Finanzmärkten zu zeigen: Ja, dieses Europa hält zusammen – im Schuldenmachen und in der Absicherung dieser Schulden. Die Aufschreie aus den Niederlanden, Deutschland und aus anderen Mitgliedstaaten sind nämlich heuchlerisch. Nicht ein Land, das nicht längst jegliche Haushaltsorthodoxie aufgegeben hätte.

Doch statt der gebotenen Solidarität – man hat schließlich gemeinsam eine fehlerbehaftete Währung auf den Weg gebracht -– wäre jetzt die Gelegenheit, einige dieser Geburtsfehler zu korrigieren. Und den Euro zu stärken. In Zukunft braucht es mehr, nicht weniger Europa.

Schließlich wird der globale Kampf sich weiter verschärfen. Statt den Aufbau des oft beschworenen gemeinsamen Hauses Europa zu betreiben, flammt die alte Arroganz der wirtschaftlich stärkeren Länder erneut auf. Obschon alle, spätestens seit der Eurokrise, wissen: Fällt Italien, fällt der Euro, fällt die EU.

Kommentare

  • Nun, die österliche Besinnung hat leider nicht lange gedauert.
    Immer wieder kommt der Herr François, dem akademischen Grad nach eigentlich ein Mann mit kritischem wissenschaftlichen Denkvermögen, mit seiner alten Leier und dem seit Langem als völlig unwissenschaftlich erkannten Begriff der menschlichen Rassen, von denen die „weiße“ „rein“ gehalten werden solle und nicht „verdünnt“ oder mit anderen, etwa der schwarzen oder den Muslimen (auch eine Rasse?) „vermischt“ werden dürfe, was angeblich "Traum und Lebenswerk" des Milliardärs G. Soros sein soll.

    „Naturmenschen stehen in psychologischer Hinsicht näher den Säugethiren – Affen, Hunden – , als dem hochcivilisierten Europäer. Daher ist auch ihr individueller Lebenswerth ganz verschieden zu beurtheilen.“
    So Ernst Haeckel, 1903, zitiert nach: https://www.deutschlandfunk.de/menschheitsgeschichte-es-gibt-keine-rasse...

    „Ich nenne ihn "Smombie", diesen Homo novus.“
    „Smombie“ ist ein Kofferwort aus den Begriffen „Smartphone“ und „Zombie“.
    Laut Langenscheidt sind damit Menschen gemeint, die durch den ständigen Blick auf ihr Smartphone so stark abgelenkt sind, dass sie ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen.
    Es wurde schon 2015 zum „Jugendwort des Jahres“ erklärt.
    Der durch den ständigen Blick auf sein Smartphone abgelenkte Mensch wäre laut Herrn François also eine neue „Menschenrasse“.
    Über dieses schiefe Plagiat darf gelacht werden. Wenn es nicht so traurig wäre…

    Zu dem erwähnten Daniele Ganser: https://www.republik.ch/2019/04/13/die-methode-ganser oder hier: https://www.woz.ch/-768a
    Nicht nur, aber auch ein Verschwörungstheoretiker, vor allem, was den 11. September 2001 anbelangt. Sein Erfolgsrezept: „Sehr viel Wahres wird gemischt mit steilen Thesen und Verschwörungsschrott.“

  • Seit ihrer Erschaffung hat die E.U. nur einem Zweck gedient: Die forcierte Abhängikeit Europas vom US Deep State (und mit Sicherheit nicht ihre Stärkung als Weltmacht) zwecks Errichtung einer einzigen Weltregierung mit, natürlich, Sitz in Washington (wie sie der ehem. Britische Premier Gordon Brown noch vor wenigen Tagen forderte, oder Martin Schulze Anfang 2018). Dank Trump und Putin, um nur die beiden wichtigsten Akteure zu nennen, ist das jetzt passé, denn wir erleben gerade das Aufkommen der neuen Multipolaren Welt, wie sie sich diese beiden Präsidenten vortsellen. Die E.U. war noch nie gut für uns Europäer, sie muss weg.
    Zwei Beispiele beweisen, wie sehr die E.U. immer schon bemüht war, Europa zu knechten:
    - Viele E.U. Parlamentarier, Kommisare und Richter sind dem Milliardären George Soros, dessen Traum wäre und Lebenswerk ist, eine neue Mensch (alle Rassen sollen miteinander vermischt werden, damit es in wenigen Generationen keine... Rassen mehr gibt) ergeben. Soros hat diesen Homo novus in seinem Buch "Die Krise des globalen Kapitalismus. Offene Gesellschaft in Gefahr" (2003, Alexander Fest Verlag – The Crisis of Global Capitalism. Open Society Endangered, 1998, London: Little, Brown anc Company, p. 92-93) klar definiert: "The encumbered individual". Ich nenne ihn "Smombie", diesen Homo novus.
    - Gladio, die Tueurs du Brabant und die Geheimarmeen der NATO (bei der ich übrigens 1989 meinen Militärdienst leistete)... In den Worten des niederländischen Abgeordneten Vandermeulebroecke, "der mit seiner Zusammenfassung die Gefühle vieler Europäer traf: < Diese Affäre (Gladio und die Gheimarmeen der NATO) hinterlässt einen schalen Geschmack, weil sie schon so lange andauert, wie die Europäische Gemeinschaft existiert, und weil wir behaupten, eine neue Form von Demokratie zu erschaffen" (Debatten des Europäischen Parlaments, 22. November 1990. Offizielle Protokolle – zitiert in Ganser, Daniele: NATO Geheimarmeen in Europa. Inszenierter Terror und Verdeckte Kriegsführung, 2005 (15. Auflage, 2018), Zürich: Orell Füssli, S. 52).
    Wollen wir eine solche E.U., die über unser Leben entscheidet? Nein, weg damit! Und lange lebe Europa!

  • Ohne ihn überhaupt lesen zu müssen (man weiß ja wie er tickt), stelle ich fest, daß er es einfach nicht sein lassen kann. Er sollte mal Konfuzius meditieren: „Es hat keinen Zweck, sich mit Idealisten zu beraten, die einem anderen Weg folgen“. Der Wachturm der einzig richtigen Moral hat wieder kommentiert. Hauptsache, er hat dadurch das Gefühl, wichtig zu sein, denn das ist das Einzige, was Idealisten wollen - auch, oder gerade, wenn sie nichts sind. Er wird sich nicht ändern, er kann sich nicht ändern. Da wird der vilain coco auch nichts dran ändern.

  • "Ohne ihn überhaupt lesen zu müssen (man weiß ja wie er tickt), stelle ich fest, daß er es einfach nicht sein lassen kann.
    Er wird sich nicht ändern, er kann sich nicht ändern."
    Γνῶθι σεαυτόν.
    Philosophieren oder meditieren Sie mal darüber, lieber "Eupener Freund".!
    Die in diesem Jahr so besinnlichen Ostertage dürften dazu reichlich Gelegenheit bieten.

  • Die EU und vor allem der Euro ist am Ende. Es werden bereits jetzt Milliarden in den Markt gepumpt, die ihren Zweck nicht erfüllen. Jeder merkt, dass das viele Geld der EZB und der FED das neue Klopapier in der Coronakrise sind. Die hilft auch noch mehr Geld in Form von EuroBonds, CoronaBonds oder wie auch immer man das nennen mag, nicht helfen und nur wieder die Deutschen belasten. Also lasst uns den Krampf JETZT beenden und mit ein paar wenigen Ländern neu beginnen. Es hilft absolut nichts, wenn wir die Exporte in den Süden kramphaft am Leben halten und diese Exporte wiederum mit Krediten bezahlt werden und Deutschland die Tilgung nie sehen wird. Da ist leider auch überhaupt nichts solidarisch dran. Also lasst uns das EU Brimborium jetzt beenden.

Weitere Kommentar anzeigen

Kommentar verfassen

10 Comments