Italien empört über EU-Krisengipfel: Keine Zeit für „Papierkram“

<p>Luigi Di Maio</p>
Luigi Di Maio | Foto: belga

„Das Wort Loyalität hat für uns großes Gewicht. Wir erwarten, dass Europa seinen Teil dazu beiträgt“, erklärte Außenminister Luigi Di Maio am Freitag auf Facebook. Mit „schönen Worten“ könne man nichts anfangen.

Italien setzt sich zusammen mit acht weiteren Staaten für die gemeinsame Aufnahme von Schulden ein. Erwogen werden dafür sogenannte Corona-Bonds, also gemeinsame Anleihen der Eurostaaten. Die Bundesregierung lehnt das strikt ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstagabend auf dem Videogipfel, sie fände die Nutzung des Eurorettungsschirms ESM besser. Dessen Kredite wären mit Bedingungen verbunden.

Die EU könne nicht nur dann bereit sein zu helfen, wenn „alte Instrumente“ eingesetzt würden, „die einige Länder bereits vor zehn Jahren ohne großen Erfolg eingesetzt haben“, sagte Di Maio. Italien ist besonders von der Covid-19-Krise betroffen und ist zudem sowieso schon hochverschuldet.

„Wir haben den anderen Mitgliedstaaten gesagt, dass Italien alles Geld ausgeben wird, um unseren Bürgern zu helfen, und jetzt ist nicht die Zeit, Parameter, Papierkram und Bürokratie zu berücksichtigen“, sagte Di Maio. „Denn wenn man einen Krieg führt, muss man schnell handeln und das Land mit aller Kraft verteidigen.“ (dpa)

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