Nach Hamstern kommt Helfen: Facebook-Gruppe hat mehr als 900 Mitglieder

<p>Nach Hamstern kommt Helfen: Facebook-Gruppe hat mehr als 900 Mitglieder</p>

Die Facebook-Gruppe „Corona Hilfe Eupen“ steht beispielhaft für all jene Initiativen, die in diesen Tagen wie Pilze aus dem Boden schießen und allesamt ein und dasselbe Ziel verfolgen: Menschen, die helfen wollen, und jene, die auf Hilfe angewiesen sind, zusammenzubringen. „Das können ältere Personen sein, aber auch Menschen, die ein Problem bei der Kinderbetreuung haben oder sich in häuslicher Quarantäne befinden. Die Folgen der Corona-Krise sind für uns alle eine Belastungsprobe“, erklärt Yves Plaire. Der 48-jährige Eupener hat die Seite vor wenigen Tagen initiiert. Seitdem wird die Gruppe von Tag zu Tag größer.

Dabei ist es paradox, was die Krise mit den Menschen macht: Zuerst hamstern viele ohne Rücksicht, dann helfen sie einander. Doch offenbar setzt die Situation ungeahnte Solidarität frei. Hilfsangebote gibt es in diversen Facebook-Gruppen zuhauf: Wer gezwungenermaßen ohne Arbeit ist, stellt sich für die Kinderbetreuung oder Botengänge zur Verfügung. Andere bieten an, die Einkäufe für ältere Menschen zu erledigen oder für sie zu kochen. Die Gruppe „Corona Hilfe Eupen“ kann auch von Gastronomen genutzt werden, die in Anbetracht der Umstände kreativ werden (müssen) und ihre Kunden mit speziellen Lieferangeboten erreichen möchten.

Inzwischen hat die Gruppe mehr als 900 Mitglieder. „Das ist für einen kleinen Ort sehr, sehr viel. So langsam kommt Bewegung in die Sache“, freut sich Yves Plaire. Doch es gibt auch kritische Stimmen. Einige Mitglieder haben die Frage aufgeworfen, ob Facebook der richtige Ort für Hilfsangebote sei, von denen größtenteils Menschen profitieren sollen, die nicht einmal Internet haben. Yves Plaire hat darauf eine Antwort parat: „Die Initiative soll sich nicht auf Facebook beschränken. Sie ist als Anstoß zu verstehen. Ich wünsche mir, dass sie von online auf offline überspringt. Die Mitglieder sollen die Hilfsangebote auch nach außen tragen. Ich hoffe, dass sich daraus eine Dynamik entwickelt, auch über Corona hinaus“, erklärt Yves Plaire. Und tatsächlich haben bereits einige Menschen begonnen, ihre Hilfsangebote im öffentlichen Raum zu kommunizieren, zum Beispiel in Form von Aushängen.

Eine Userin, Carmen Brantz, hält die Initiative derweil für kontraproduktiv: „Dass Menschen bei der Kinderbetreuung aushelfen wollen, finde ich sehr löblich“, so die 31-Jährige. „Es ist aber sicher nicht im Sinne des Erfinders, dass dadurch wieder mehr Menschen miteinander in Kontakt kommen. Das ist doch gerade das, was durch die Schulschließungen vermieden werden soll“, so die junge Mutter.

Nach wie vor gilt: Um das Ansteckungsrisiko möglichst gering zu halten, sollten soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert werden.

Ältere Menschen sollten sich bei Hilfsangeboten vor Betrügern in Acht nehmen.

Die Bedenken von Carmen Brantz sind daher nicht ganz unbegründet, wie auch Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) auf GrenzEcho-Nachfrage erklärt: „Das Engagement und die Hilfsbereitschaft der Leute erfreut mich ungemein. Aber es stimmt: Einerseits soll man sich von Menschenmengen fernhalten, andererseits brauchen ältere und immunschwache Menschen gerade jetzt, wo sie das Haus am besten nicht mehr verlassen sollten, unsere Unterstützung. Wenn man sich also anbietet, muss man sich genaustens überlegen, wie man helfen und gleichzeitig die Sicherheit aller Betroffenen wahren kann. Abstand halten ist wichtig.“

Gleichzeitig sollten ältere Menschen nicht von gleichwem Hilfe annehmen: „Ich warne vor Betrug, wenn völlig fremde Menschen sich melden und Hilfe anbieten. Ich bin mir sicher, dass findige Banden schon auf die Idee gekommen sind, ältere Menschen auf diese Weise zu betrügen“, so Antoniadis.

Kommentare

  • Sehr geehrte Frau Brantz,
    die Eltern die Arbeiten müssen, können Ihre Kinder bei zu niedrigen Alter nicht alleine zu Hause lassen. Und es ist schon ein Unterschied ob diese von Personen beaufsichtigt werden, die Verantwortungsbewusst mit Ansteckungsgefahr umgehen, statt das die Kinder über den Schulhof rennen und alle praktisch Kontakt zueinander haben. Und zum Herrn Minister der vor ner guren Woche alles schön runterspielte und jetzt Unternehmern die Masken wegnehmen möchte die so schlau waren, sich diese früh genug zu beschaffen. Und zwar als bekannt wurde das in China einen neue Grippeart ausgebrochen ist. Manche Senioren brauchen eben Hilfe, was eigentlich durch seine Arbeit garantiert sein sollte. Sicher sollten diese sich nicht an wildfremde richten. Aber ich glaube nicht das es Banden in OB gibt die es auf Senioren abgesehen haben. Vielleicht Einzelpersonen aber keine Banden. Wir sind immerhin noch eine dörflich geprägte Gegend. Und zu den Masken gibt es 2 Skandale. 1. das vom Gesundheitsministerium nicht direkt nach Ausbruch in China reagiert wurde. und 2. Das für solch einen Fall nicht eh schon genügend Reserven gelagert wurden, den anders als von Ihnen Behauptet sind diese Masken (ausgenommen der jetzigen Zeit wo es keine gibt) überhaupt nicht teuer. Angebot/Nachfrage das hat man nun davon wenn durch Rednerwettbewerben im Abituralter entschieden wird wer Minister wird. Also wäre ich für den Gesundheitssektor verantwortlich, wären solche Artikel die sich Cent-Bereich befinden und bei Epidemien sehr wichtig sind, nicht nur für das Krankenhauspersonal sondern für alle 70.000 ostbelgier zur genüge vorhanden gewesen. Zum Glück haben Gibt's noch andere Personen in Belgien die dann Ihre Arbeit mitmachen!!

  • Und sollten die Unternehmen Ihre Masken abgeben, was ich befürworten würde, wegen der Gesundheit der Menschen haben Sie dann auch noch Wirtschaftlichen Schaden angerichtet, den zur Erklärung für Sie die Unternehmen kaufen die nicht zur Spaß an der Freude. Und dss Sie auch noch angedeutet haben diese sollen die Spenden, wobei ich mir sicher bin das diese das auch noch machen ist einfach nur der Hammer.

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