Coronavirus: Häusliche Pfleger fühlen sich „vergessen“ – 27 neue Fälle in Belgien

<p>Der frankofone Krankenpflegeverband kritisiert die Politik.</p>
Der frankofone Krankenpflegeverband kritisiert die Politik. | Foto: belga

„Wir haben 32.000 Krankenschwestern im ganzen Land – der Beruf wird überwiegend von Frauen ausgeführt -, von denen zwei Drittel freiberuflich tätig sind und die jeden Tag ausgehen, um Menschen zu Hause zu behandeln. Wir sind Versorger, die unter all denjenigen, die in der ersten Linie der Versorgung stehen, sehr viel unterwegs sind. Stellen Sie sich vor, dass diese 32.000 Anbieter durchschnittlich 20 Hausbesuche pro Tag machen. Das sind 640.000 Kontakte mit Patienten, nicht mitgezählt die Verwandten, die sich in der gleichen Situation befinden“, erklärt Nottebaert und gibt damit den Kontext an: Aber trotz dieser täglichen Nähe zu einer Bevölkerung, unter der offensichtlich neue Fälle entdeckt werden, sei man als Berufsverband zu keinem Zeitpunkt von den Behörden angesprochen worden, weder von den föderalen noch von den regionalen, kritisiert Damien Nottebaert und unterstreicht erneut das Klima der Angst, das sich sowohl bei den Patienten als auch bei den Krankenschwestern einnistet.

Damien Nottebaert will viele Fragen beantwortet wissen.

Der CIFI-Präsident ruft daher zu einem Treffen mit den politischen und gesundheitspolitischen Behörden sowohl auf föderaler als auch auf regionaler Ebene in Brüssel, in der Wallonie und in der DG auf, um die vor Ort anzuwendenden Verfahren zu erörtern. „Natürlich entwickeln sich die Situation und das Wissen über das Virus von Tag zu Tag weiter. Aber ich möchte zumindest in der Lage sein, Empfehlungen für eine gute Handhabe mit der Situation an den Berufsstand weiterzugeben. Die Krankenschwestern sollten spezifische Anweisungen zu folgenden Themen erhalten: Wenn ich bei der Visite sehe, dass ein Patient alle Anzeichen einer Covid-19-Infektion hat, was soll ich dann tun? Was soll ich für ihn oder sie, seine oder ihre Familie tun? Und für mich selbst, wenn ich zum Beispiel sein Haus in Unkenntnis seines Zustands und ohne besondere Ausrüstung betreten habe? Soll ich meine Aktivitäten vorsorglich für 14 Tage einstellen? Das ist für einen Freiberufler nicht einfach“, so Damien Nottebaert.

Zu wenig Testmaterial, zu wenig Mundschutzmasken

Unterdessen ist am Donnerstagmorgen bekanntgeworden, dass es mittlerweile 50 bestätigte Coronavirus-Patienten in unserem Land gibt und damit 27 mehr als gestern. Davon kommen 16 neue Patienten aus Flandern, zwei aus Brüssel und neun aus der Wallonie. Die meisten von ihnen sind gerade aus dem Urlaub in Italien zurückgekehrt und zeigen leichte Symptome. Die Patienten werden isoliert und zu Hause oder im Krankenhaus behandelt.

Gleichzeitig müssen immer mehr Tests durchgeführt werden, aber das macht es auch schwieriger, die notwendigen chemischen Produkte für diese Tests zu finden, schreibt der flämische Rundfunk. „Die Kapazität ist besorgniserregend“, wird der Virologe Marc Van Ranst zitiert.

Auch Mundschutzmasken, die für Ärzte und Pflegepersonal entscheidend sind, werden immer seltener. Am Mittwoch hatte die föderale Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) angekündigt, dass sie die Möglichkeit prüfen werde, belgische Textilunternehmen zur Produktion der Masken zu bewegen. (mv/belga/vrt)

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