Außerhalb der Region werde gewarnt: Wer nach einem Kontakt mit Leuten aus dem Kreis einen Schnupfen bekomme, der solle sich direkt auf den Coronavirus testen lassen. „Da hab ich mich gefragt: Liebe Leute, ehrlich gesagt: tickt Ihr noch ganz sauber!“, so Pusch am Mittwoch in einem Facebook-Video. Dass das Ansteckungsrisiko im Kreis höher sei als etwa in Garmisch-Partenkirchen, möge ja sein. Er glaube aber, dass die Menschen im Kreis Heinsberg, die die Auswirkungen vor Augen hätten, viel gelassener seien als die Leute weit weg vom tatsächlichen Geschehen. Der Landrat rechnet derweil mit einer deutlichen Entspannung der Gesundheitsversorgung in den nächsten Tagen. Der vom Coronavirus besondes betroffene Kreis habe jetzt eine mobile Notarztpraxis und ein zweites Untersuchungszentrum. Das werde die Lage in den nächsten Tagen entspannen. Die Situation sei nicht mehr so bedrohlich wie noch vor knapp zwei Tagen. Da hatten die Ärzte in einem schriftlichen Hilferuf eine dramatische Situation in der ärztlichen Versorgung beschrieben und vor einer Eskalation der Lage gewarnt.
Im Kreis Heinsberg sind inzwischen 104 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Sieben Patienten würden stationär im Krankenhaus behandelt, fügte Stephan Pusch hinzu. In zwei Fällen sprächen die Ärzte von einem ernsten Verlauf - darunter ist der Fall des 47-Jährigen, der als Erstinfizierter aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) gilt. Die meisten der 104 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten seien allerdings schon längst wieder symptomfrei und gelten als geheilt. Übrigens: Nach Aachen schickt jetzt auch Heinsberg medizinisches Personal, das in Kontakt mit Infizierten war, nicht mehr automatisch in Quarantäne. Die Richtlinie des Robert Koch-Instituts führe dazu, dass nach und nach immer mehr medizinisches Personal nicht mehr arbeiten dürfe, so Pusch. „Das heißt also Arztpraxen, Kliniken haben massiv Probleme, den Betrieb aufrecht zu erhalten“, sagte Pusch. Jetzt dürften Betroffene unter Einhaltung strenger Schutzvorschriften weiterarbeiten. (dpa)

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