Biathlon-WM: Doping-Razzia beim Weltmeister

<p>Das Hotel, das die russischen Biathleten beherbergt, interessiert die Medien. Der russische Sprint-Weltmeister Loginow wurde am Rande der Biathlon-Weltmeisterschaften in Antholz von der italienischen Polizei verhört.</p>
Das Hotel, das die russischen Biathleten beherbergt, interessiert die Medien. Der russische Sprint-Weltmeister Loginow wurde am Rande der Biathlon-Weltmeisterschaften in Antholz von der italienischen Polizei verhört. | Foto: dpa

Das Hotelzimmer von Sprint-Weltmeister Alexander Loginow im Mannschaftsquartier der Russen war am frühen Morgen von der Polizei durchsucht worden. Loginow und sein Teamkollege Jewgeni Garanitschew wurden im Schlaf überrascht. Das Vorgehen sei gedeckt durch den Artikel 586 des Strafgesetzbuches, Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln, erläuterte die Staatsanwaltschaft in Bozen. Loginows Telefon und sein Computer wurden ebenso beschlagnahmt wie Vitaminpräparate und Cremes, wie Loginow nach dem Rennen sagte. „Ich bin sauber, ich bin wahrscheinlich der am meisten getestete Athlet der Welt und werde behandelt wie ein Schwerverbrecher.“

Schon am vergangenen Samstag hatte es Doping-Schlagzeilen gegeben. Olympiasieger Jewgeni Ustjugow, 2014 Staffel-Läufer der Russen, war vom Biathlon-Weltverband des Dopings für schuldig befunden worden.

Loginow war bereits zwei Jahre wegen Epo-Dopings gesperrt, seit November 2016 darf er wieder starten. Der 28-Jährige wurde vor und während des Rennens, wo die die Russen Vierte wurden, ausgebuht. Olympiasieger Peiffer hofft, „dass sich da keine Verdachtsfälle erhärten, das wäre mein Wunsch“, sagte der 32-Jährige. „Ich tippe, dass bei den Italienern auch konkrete Anhaltspunkte nötig sind, man wird nicht einfach so in ein Hotelzimmer gehen. Ich hoffe einfach, dass da nicht wieder was ist und das Thema langsam mal gut ist.“

Im Staffel-Rennen der Männer siegte am Samstag Frankreich vor Norwegen und Deutschland. Die deutsche Staffel vergab das durchaus mögliche Gold und sogar das schon sicher geglaubte Silber beim allerletzten Schießen. Schlussläufer Benedikt Doll musste beim Sieg der Franzosen vor den Norwegern in die Strafrunde - der Titel war futsch. (dpa)

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