Die Einwohner der Gemeinden Malmedy und Waimes sind stolz auf ihre frankofone bzw. wallonische Eigenart. Auch die Bevölkerung im Eupener und St.Vither Land ist nicht minder stolz auf ihre Kultur, ist sie doch DAS Alleinstellungsmerkmal der Deutschsprachigen Gemeinschaft im Bundesstaat Belgien. Seit hundert Jahren (und wahrscheinlich schon lange vorher) pflegen die Menschen in den ehemaligen Ostkantonen untereinander beste nachbarschaftliche Beziehungen. So soll es auch bleiben, auch wenn die Bande logischerweise nicht mehr so eng sind wie früher. Dennoch finde ich, dass Bürgermeister Bastin keinen Grund hat, sich über eine vermutete Nichtberücksichtigung seiner Gemeinde zu beschweren.
Ohne auflisten zu wollen, wo was im Rahmen der Gedenkfeiern bisher stattgefunden hat und noch stattfinden wird, muss man feststellen, dass Malmedy sich bisher auch nicht sonderlich bemüht hat, die „Brüder und Schwestern“ (dixit Marcel Bauer) aus den deutschsprachigen Gemeinden bei ihren Veranstaltungen mit einzubeziehen. Es ist nun mal eine Tatsache, dass die jüngeren Malmedyer leider immer weniger mit der deutschen Sprache und Kultur am Hut haben und ich denke, das gilt wohl auch für ihn selbst. Vom Ostbelgien-Branding mag an halten was man will, aber es war überfällig einen Begriff zu „besetzen“, der leichter vermittelbar ist und der dynamischen Entwicklung unserer künftigen Gemeinschafts-Region gerecht wird. Herr Bastin mag sich trösten: Im gesamten deutschen Sprachraum ist der Name der beiden ehemaligen Landkreise Eupen-Malmedy bis auf Weiteres immer noch bekannter als Ostkantone oder Ostbelgien…
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