Weykmans: Lob für Proximus, Kritik an Voo

<p>Die DG-Regierung will aktiver in den Netzausbau eingreifen. Das kündigte Medienministerin Isabelle Weykmans an.</p>
Die DG-Regierung will aktiver in den Netzausbau eingreifen. Das kündigte Medienministerin Isabelle Weykmans an. | Illustration: Inga Kjer/dpa

Darauf hat der PFF-Abgeordnete Gregor Freches am Dienstagnachmittag in einer öffentlichen Sitzung des zuständigen PDG-Ausschusses hingewiesen. „Meinen Informationen zufolge müsste alleine eine Modernisierung der Zonen ins Auge gefasst werden, so wie es bereits in vielen angrenzenden Gemeinden auf dem frankofonen Gebiet erfolgt ist. Der Benutzer erhält ein Modem von Voo, welches an das Koaxial-Kabel angeschlossen wird“, so der PFF-Abgeordnete. Preislich sei dies auch „sehr attraktiv“, erklärte Freches, der sich bei Medienministerin Isabelle Weykmans (PFF) erkundigte, ob es diesbezüglich Gespräche mit Voo gegeben habe und welche Schritte eingeleitet werden müssten, damit das Verteilernetz in der DG modernisiert werden könne.

In ihrer Antwort erwähnte Weykmans die aus ihrer Sicht „deutliche Verbesserung des Kupferkabelnetzes in der DG“. Hier habe sich „der stetige Kontakt und die offene und konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Regierung, Proximus und vor allem den Gemeinden seit 2015 ausgezahlt“. Auf diese Weise habe man die Netzabdeckung der DG von 69 Prozent im Jahr 2015 bis auf 88,6 Prozent Ende des letzten Jahres steigern können. Allerdings seien diese Bemühungen stets durch die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit einer Investition begrenzt. „Je weniger Anschlüsse durch eine neue oder aufgebesserte Leitung erreicht werden können, desto schwieriger wird es, diese Investition rentabel zu gestalten“, brachte es die Ministerin auf den Punkt.

Wo bei Proximus aber „ein offenes Ohr und ein Wille zur konstruktiven Zusammenarbeit“ bestehe, habe die DG trotz mehrmaliger Bemühungen beim Anbieter Voo leider „keine solche Form der Zusammenarbeit“ gefunden. Allgemein komme hinzu, dass in der DG nur noch weniger als 4.000 aktive Kabelkundenanschlüsse existierten und Voo „somit wenig bis keine wirtschaftlichen Gründe“ habe, in das eigene Netz in der DG zu investieren. Zudem habe das Unternehmen bereits mitgeteilt, nicht auf dem Gebiet der DG investieren zu wollen. Dennoch möchte Weykmans mit allen Anbietern sprechen. Allerdings stellten weder die Investitionen von Proximus noch eine eventuelle Aufbesserung des Voo-Netzes „eine dauerhafte und langfristige Lösung“ für die Problematik der schlechten Netzanbindung in Ostbelgien dar. Deshalb wolle die Regierung aktiver in den Netzausbau eingreifen und einen Dienstleistungsauftrag zur Kostenanalyse eines flächendeckenden Glasfaserausbaus vergeben. „Im Rahmen der Umsetzung, die auf Grund dieser Studie erfolgen wird, könnten sowohl Proximus als auch Voo potenzielle Co-Investoren bei einem zukünftigen Glasfaserausbau in Ostbelgien werden“, meinte Weykmans. Ein solcher Ausbau sei unabdingbar für Ostbelgien: „Ohne ein Glasfasernetz werden sowohl unsere Betriebe als auch die Bürgerinnen und Bürger in den kommenden Jahren und Jahrzehnten deutliche Nachteile im Verhältnis zu den angrenzenden Nachbarstaaten erfahren.“

Die derzeitigen Investitionen von Proximus und eventuell auch von Voo in die bestehenden Kupfer- beziehungsweise Coaxial-Netze seien durchaus eine kurzfristige Lösung. „Allerdings gilt es vor allem, eine mittel- und langfristige Lösung für die ostbelgische Bevölkerung zu finden. Und diese liegt eindeutig nicht in der punktuellen Aufbesserung des bestehenden Netzes, sondern in der Errichtung eines flächendeckenden Glasfasernetzes für Ostbelgien.“ (sc)

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