Coronavirus: Philippinen melden erstes Todesopfer außerhalb Chinas

<p>Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV infizierten und daran gestorbenen Menschen in China ist erneut deutlich gestiegen.</p>
Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV infizierten und daran gestorbenen Menschen in China ist erneut deutlich gestiegen. | Foto: Mark Schiefelbein/AP/dp

Er und seine ebenfalls erkrankte Partnerin waren am 21. Januar auf die Philippinen gereist. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich bei den beiden um die einzigen bestätigten Infektionen auf den Philippinen.

Bis zu dem nun publik gewordenen Patienten war nach WHO-Angaben keine der rund 150 Infektionen außerhalb Chinas tödlich verlaufen. Innerhalb der Volksrepublik haben die dortigen Behörden inzwischen mehr als 300 Todesfälle und rund 14.400 Erkrankungen bestätigt. Die Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei gilt als Ursprungsort der Epidemie.

Im Kampf gegen das Coronavirus liefert die Europäische Union zwölf Tonnen Schutzkleidung an China. Wie die EU-Kommission am Samstagabend mitteilte, hatte die Volksrepublik um die Hilfsmittel gebeten. Das EU-Notfall-Koordinierungszentrum habe Kontakt mit den EU-Staaten aufgenommen. Diese hätten die zwölf Tonnen Schutzkleidung zusammengetragen, die bereits unterwegs nach China seien.

1.400 medizinische Kräfte für neues Krankenlager in Wuhan

Indes sind für das erste von zwei neuen Krankenlagern in der schwer von der neuen Lungenkrankheit betroffenen Metropole Wuhan 1.400 medizinische Kräfte des chinesischen Militärs entsandt worden. Das in Schnellbauweise in nur einer Woche errichtete Huoshenshan-Nothospital soll am Montag eröffnet werden und eine Kapazität von 1.000 Betten haben, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete.

Zu dem Personal gehörten auch viele, die vor 17 Jahren bei der Sars-Pandemie in einem ähnlichen Behelfs-Krankenhaus in Xiaotangshan in Peking gearbeitet hatten. Auch seien Experten dabei, die am Kampf gegen Ebola in Sierra Leone und Liberia beteiligt gewesen seien. Das zweite Krankenlager in Wuhan soll wenige Tage später fertiggestellt werden. An den Behelfsunterkünften zur zentralen Quarantäne und Behandlung der Patienten war Tag und Nacht gearbeitet worden.

Falsche Einstufung durch WHO

Taiwan muss unterdessen gegen eine falsche Einstufung durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Hoch-Risiko-Land für das neue Coronavirus in China angehen. Taiwanesische Diplomaten reden mit verschiedenen Ländern, deswegen nicht in Flugverbote eingeschlossen zu werden, die eine Einschleppung des Virus verhindern sollen, wie Außenminister Joseph Wu am Sonntag in Taipeh.

Da die demokratische Inselrepublik wegen des Drucks aus Peking nicht Mitglied der WHO ist und dort sogar als Teil Chinas geführt wird, ist Taiwan wie die Volksrepublik als sehr riskante Virusregion aufgeführt. Italien und Vietnam haben deswegen Flüge aus Taiwan ebenfalls gesperrt, obwohl die Insel gerade einmal zehn bestätigte Fälle mit der neuartigen Lungenkrankheit zählt.

Vietnam hob das Flugverbot kurz darauf wieder auf. Nur Italien konnte noch nicht überzeugt werden. „Es ist ein Fehler, der auf falschen Informationen beruht, anstelle einer aufrechten Einschätzung der Gefahr durch das Coronavirus“, sagte Wu. Pekings Führung betrachtet Taiwan als Teil der Volksrepublik, obwohl die Insel nie dazu gehört hat, und isoliert es in internationalen Organisationen.

Einreisesperre

Neuseeland und Australien reagieren mit einer vorläufigen Einreisesperre für Flugpassagiere aus China auf die Verbreitung des neuartigen Coronavirus. Wie die neuseeländische Regierung am Sonntag mitteilte, soll das Einreiseverbot am Montag in Kraft treten, alle 48 Stunden überprüft werden und bis zu zwei Wochen gelten. Es betreffe sowohl Passagiere, die ihre Flugreise in China beginnen, als auch jene, die dort zwecks Weiterreise nach Neuseeland umsteigen. Ausgenommen seien neuseeländische Staatsangehörige und Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung sowie deren Angehörige.

Eine quasi identische Einreisesperre hatte am Samstag bereits Australien erlassen. Auf den Philippinen griffen die Behörden ebenfalls zu solch einer Maßnahme – dort hat es den bislang einzigen bestätigten Todesfall außerhalb Chinas gegeben, der nachgewiesenermaßen auf den Virus zurückgeht. Auch die USA lassen ausländische Reisende aus China wegen des Ansteckungsrisikos nicht mehr ins Land, mit Ausnahme von Angehörigen von US-Staatsbürgern. Der von Präsident Donald Trump erlassene Bann gilt ab Sonntag (23.00 Uhr MEZ).

Sowohl Neuseeland als auch Australien und die USA beziehen ihre Einreisesperren auf Passagiere aus Festlandchina. (dpa)

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