Danach kamen allein in der schwer betroffenen Krisenprovinz 45 Tote und 1.347 neue Virusfälle hinzu, so dass dort jetzt 7.153 Patienten gezählt wurden. Außerhalb der Volksrepublik China sind in rund 25 Ländern rund 150 Infektionen gezählt.
Neue Erkrankungsfälle
Die spanischen Gesundheitsbehörden haben erstmals eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt. Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung auf Twitter mit. Er liegt den Angaben nach isoliert in einem Krankenhaus der Insel. Einzelheiten zu Alter oder Herkunftsort des Patienten wurden zunächst nicht bekannt.
In Bayern ist ein weiterer Mensch nachweislich an dem neuartigen Coronavirus infiziert. Damit stieg die Zahl der Betroffenen im Freistaat auf sieben. Bei dem neuen Infizierten handele es sich um einen Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck, teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Freitagabend in München mit. Auch er arbeite beim Autozulieferer Webasto aus dem oberbayerischen Gauting-Stockdorf – wie die fünf ersten bekanntgewordenen Fälle. Zudem war ein Kind eines der Erkrankten ebenfalls positiv auf die neuartige Lungenkrankheit getestet worden. Von 128 jüngst (Stand 20.30 Uhr) vorliegenden Testergebnissen von Mitarbeitern der Firma waren 127 negativ und einer positiv.
In Belgien sind nach wie vor keine Erkrankungsfälle aufgekommen.
Flugverbote
Der Iran hat wegen der sich ausbreitenden Coronavirus-Infektion vorübergehend alle Flüge von und nach China ausgesetzt. Das gab Gesundheitsminister Saaid Namaki Medienangaben zufolge am Samstag bekannt. Zwar habe es bis jetzt im Iran keinen Corona-Fall gegeben. Aber nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Virus als weltweiten Notfall eingestuft habe, sei diese Vorsichtsmaßnahme seitens der Regierung getroffen worden, so der Minister.
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat aufgrund des Coronavirus eine „gesundheitliche Notlage“ in den Vereinigten Staaten ausgerufen. Ausländer, die potenziell ein Ansteckungsrisiko darstellen könnten, würden ab Sonntag (23.00 Uhr MEZ) vorübergehend nicht mehr ins Land gelassen, teilte US-Gesundheitsminister Alex Azar am Freitag bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit. Das habe US-Präsident Trump per Präsidialproklamation festgelegt.
Zudem müssten sich US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen zuvor in der stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei waren, für bis zu 14 Tage in Quarantäne begeben. US-Staatsbürger, die in den 14 Tagen vor der Rückkehr in die USA in anderen Teilen Chinas waren, würden aufgefordert, sich selbst für 14 Tage zu isolieren.
Das Risiko einer Ansteckung in den USA sei nach wie vor gering, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield. Bislang gibt es sechs bestätigte Fälle des Coronavirus in den USA, 191 Menschen werden untersucht.
Auch Vietnam setzte alle seine Flugverbindungen mit China aus, wie die vietnamesische Zivilluftfahrtbehörde am Samstag in einer Erklärung mitteilte.
Australien hat ebenfalls beschlossen, die Einreise aller aus China kommenden Menschen, die nicht die australische Staatsbürgerschaft haben, ab Samstag zu verbieten. „Nur australische Staatsbürger, in Australien ansässige Personen, Erziehungsberechtigte und Ehepartner“ werden aus China einreisen dürfen, kündigte der australische Premierminister Scott Morrison an. „Die Rückkehrer werden eine 14-tägige Quarantänezeit einhalten müssen“, fügte er hinzu.
Afrika wurde bisher vom Coronavirus verschont. Dennoch verstärken überall auf dem Kontinent die Regierungen die Kontrollen, um sich auf eine eventuelle Epidimie vorzubereiten. Experten befürchten jedoch, dass die ärmsten Länder nicht über ausreichende Ressourcen verfügen werden, wenn es soweit sein sollte.
Rückführungen
Neun belgische Staatsbürger, die sich derzeit in Wuhan aufhalten, haben die Rückführung nach Belgien beantragt, sagte Außenminister Philippe Goffin (MR) am Freitag. „Unsere Landsleute sowie drei ihrer Verwandten werden am Sonntagabend wieder auf dem Staatsgebiet sein“, versicherte er auf einer Pressekonferenz, die gemeinsam mit der Gesundheitsministerin Maggie De Block (Open Vld) abgehalten wurde.
Insgesamt fliegen 53 Personen mit einem französischen Evakuierungsflug von Wuhan nach Melsbroek in der Nähe von Brüssel. Die neun Perosnen mit belgischer Staatsbürgerschaft und drei enge Verwandte dieser werden dann im Militärkrankenhaus in Neder-Over-Heembeek nördlich von Brüssel unter Quarantäne gestellt. Die übrigen 41 Passagiere – 23 Niederländer, 11 Dänen, 5 Tschechen und 2 Slowaken – werden in ihre Heimatländer zurückgeführt.
Das Flugzeug startete am Freitagabend gegen 22 Uhr vom Flughafen Charles de Gaulle (Paris) in Richtung Wuhan und wird am Sonntag nach Frankreich (Istres bei Marseille) zurückkehren, wo erstmal die französischen Passagiere empfangen werden. Danach wird das Flugzeug nach Melsbroek weiterfliegen.
Bei der Ankunft auf dem Militärflughafen Melsbroek werden die Rückkehrer sofort von einem medizinischen Regierungsteam betreut, das vom Verteidigungsministerium begleitet und gesichert wird, wie der Flughafen Brüssel berichtet. Die Nicht-Belgier werden entweder mit separaten Flügen von Melsbroek aus, die von ihrem eigenen Mitgliedsstaat organisiert werden, oder mit einem ebenfalls von ihrem eigenen Mitgliedsstaat organisierten Bustransport in ihr Land gebracht.
Minister De Block betont, dass es sich dabei um Menschen handelt, die nicht krank sind. Falls welche von ihnen krank werden sollten, werden sie von der Gruppe isoliert.
Auch ein Flugzeug der deutschen Bundeswehr mit mehr als 120 Deutschen und anderen Staatsbürgern an Bord startete im chinesischen Wuhan zum Rückflug nach Deutschland. Der Jet aus dem vom Coronavirus betroffenen Gebiet wird am Samstagmittag in Deutschland erwartet.
Bangladesch hat am Samstag 316 seiner Bürger aus der chinesischen Stadt Wuhan, dem Epizentrum des neuen Coronavirus-Ausbruchs, evakuiert.
In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi landete am Samstag ein Flugzeug mit 324 indischen Bürgern, darunter viele Studenten, die aus Hubei evakuiert wurden.
Außerdem: Apple schließt wegen des Coronavirus vorübergehend seine Geschäfte in China. Wie der Konzern am Samstag mitteilte, sollen die Filialen aus Präventionsgründen und zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bis einschließlich 9. Februar geschlossen bleiben. (dpa/belga)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren