Diese 600 ausreisewilligen Europäer stammten aus Belgien und 13 anderen EU-Staaten, teilte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, am Mittwoch in Brüssel mit. Die EU-Kommission wollte im Rahmen ihrer Zivilschutz-Koordination diese Woche zwei Flugzeuge für Heimkehrer nach China schicken. Nach Angaben des belgischen Außenministeriums befinden sich zurzeit 15 Belgier in Wuhan und Umgebung.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides sagte, die Situation entwickle sich laufend. „Wir sind sicher, dies wird weitergehen.“ Ein jüngstes Treffen mit den Mitgliedsstaaten habe aber gezeigt, dass diese gut vorbereitet seien.
Ihre Bediensteten hat die EU den Angaben zufolge angewiesen, alle nicht unbedingt nötigen Reisen nach China abzusagen oder zu verschieben. Die EU-Bürger, die nach Kenntnis der Kommission eine baldige Heimreise wünschen, stammen nach Lenarcics Angaben aus Belgien, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Lettland, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien und Spanien. Man habe aber noch keine Rückmeldung von allen 28 Mitgliedsstaaten.
Bei der Bekämpfung des Coronavirus sei eine Zusammenarbeit auf globalem Niveau von größter Bedeutung, sagte Gesundheitskommissarin Kyriakides. Der Kommissar für Krisenmanagement fügte hinzu: „Ich kann nur sagen, dass die Zusammenarbeit mit China bisher gut war.“
Zahl der Virus-Fälle steigt rasant.
Trotz drastischer Maßnahmen stieg in China die Zahl der Patienten mit der neuen Lungenkrankheit weiter deutlich an. Innerhalb eines Tages bis Mittwoch kletterte sie dort um 1459 bekannte Fälle. Damit sind weltweit mehr als 6.000 Patienten registriert. Die Gesamtzahl der Todesfälle in China stieg um 26 auf 132.
In Deutschland sind nun drei weitere Menschen infiziert. Sie sollen mit dem ersten bestätigten Fall in Verbindung stehen. Auch in Frankreich stieg die Zahl der Infizierten auf vier.
Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Die Symptome – darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot – können mit Medikamenten abgemildert werden. Nach derzeitiger Einschätzung von Experten verläuft die Lungenkrankheit offenbar in den meisten Fällen mild, zum Teil sogar ohne Symptome. Der neue Erreger ist dem Virus hinter der ebenfalls in China ausgebrochenen Sars-Pandemie 2002/2003 sehr ähnlich. Damals waren 8.000 Menschen erkrankt. Knapp 800 starben.
Australische Wissenschaftler haben inzwischen im Labor das Coronavirus nachgezüchtet. Das teilte das Peter Doherty Institut für Infektionen und Immunität in Melbourne am Mittwoch mit. Nunmehr könne in Zusammenarbeit mit anderen Instituten und der Weltgesundheitsorganisation WHO an einem Gegenmittel gearbeitet werden. (dpa/belga/alno)

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