Arimont: „Verfrühte Diskussion über Fusion der Krankenhäuser ist kontraproduktiv“

<p>Pascal Arimont beim Neujahrsempfang der CSP in Bütgenbach-Worriken</p>
Pascal Arimont beim Neujahrsempfang der CSP in Bütgenbach-Worriken | Foto: Christian Schmitz

Auf DG-Ebene wolle man auch aus der Opposition heraus weiterhin den Finger in die Wunde legen: „Die Rolle der Politik ist es, das zu finden, was nicht sehr schön ist“, so Pascal Arimont, der zur Geschlossenheit aufrief und auch die kommunale Verankerung der Partei betonte. Zu Wort kamen beim Neujahrsempfang auch Cédric Falter, der Vorsitzende der CSP-Jugendorganisation „Junge Mitte“, Frank Engel (Vorsitzender der luxemburgischen Christlich-Sozialen Volkspartei, CSV) und CDH-Vizepräsident Jean-Paul Bastin, der in Vertretung von CDH-Präsident Maxime Prévot anwesend war. Bastin sprach über die programmatische Neuausrichtung der CDH, die unter dem Motto „Il fera beau demain“ (dt.: „Morgen wird es schön“) vollzogen wird.

Er ist auch Bürgermeister von Malmedy und hatte sich zuletzt darüber geärgert, dass bei einem DG-Festakt im Brüsseler Senat anlässlich der 100-Jahr-Feiern die Gemeinden Malmedy und Weismes gar nicht erwähnt worden waren. Die akademische Sitzung in Brüssel hatte Bastin sogar vorzeitig verlassen. „Hier darfst Du bis zum Ende bleiben“, witzelte Pascal Arimont angesichts des Wirbels. Malmedys Bürgermeister wiederholte seine Kritik, dass man das Schicksal der neun deutschsprachigen Gemeinden und der beiden Kommunen Malmedy und Weismes nicht getrennt voneinander betrachten dürfe. „Institutionell haben wir eine andere Entwicklung genommen, aber ansonsten haben wir vieles gemein“, sagte der Malmedyer Bürgermeister dem GrenzEcho. Inzwischen habe es ein Gespräch mit DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) gegeben, um die Wogen zu glätten. Im September sind gemeinsame Erinnerungsveranstaltungen geplant.

Wichtiges Thema beim Neujahrsempfang war auch die künftige Entwicklung in der Krankenhauspolitik. Hier steht die Netzwerkbildung im Mittelpunkt, die auch weitreichende Änderungen für die Kliniken in Eupen, St.Vith und Malmedy mit sich bringen wird. Gegenüber dem GrenzEcho betonte CSP-Regionalpräsident Pascal Arimont, er halte es für kontraproduktiv, schon vor dem Start der neuen Netzwerke von einer „Fusion“ der Krankenhäuser in Eupen und St.Vith zu sprechen. Eine solche Forderung gibt es vor allem vonseiten des DG-Gesundheitsministers Antonios Antoniadis (SP).

Arimont: „Das verstehen unser Mitbewerber nämlich als ein erstes internes Stutzen unserer Krankenhäuser. Es ist aber unklug, um es plastisch auszudrücken, ‘sich selbst bereits zu stutzen, bevor man von den anderen gestutzt wird’. Denn das ist das langfristige Ziel der Reform von Gesundheitsministerin Maggie De Block, die alles andere als auf den Erhalt der ländlichen Krankenhäuser zugeschnitten ist - wie jetzt ja auch die völlig inakzeptable Diskussion um die Entbindungsstationen (in Eupen, A.d.R.) zeigt“, so der CSP-Regionalpräsident. „Ich bevorzuge den Ansatz, dass die Krankenhäuser gemeinsam definieren müssen, welche medizinischen Dienste für den langfristigen Erhalt beider Standorte innerhalb des Netzwerkes nötig sind. Beide werden dann auf dieser Basis verstärkt zusammenarbeiten müssen. Ziel all dieser Reformen muss sein, dass wir den Menschen hier zwei Krankenhäuser erhalten, die sehr gute medizinische Dienste anbieten und die den fast 1.200 Mitarbeitern auch einen sicheren und langfristigen Arbeitsplatz bieten.“

Zum Neujahrsempfang gehörte auch ein „CSP-Talk“, bei dem neben Frank Engel und Jean-Paul Bastin auch der PDG-Fraktionsvorsitzende Colin Kraft, die PDG-Abgeordnete Jolyn Huppertz sowie die Landwirtin Elena Theissen zu Wort kamen. Ans Mikro traten auch der Bütgenbacher Bürgermeister Daniel Franzen sowie Erwin Franzen, Präsident der CSP-Lokalsektion. Viele Lacher gab es beim Auftritt des Komikers Daniel Offermann, der aufzeigen konnte, zu welchen Verwirrungen es führen kann, wenn man allzu wörtlich von der einen in die beiden anderen Landessprachen übersetzt. (sc)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment