Geht das Verbot durch, dürften die Farben Blue 15 und Green 7 nach einer wohl mehrjährigen Übergangsfrist nicht mehr verwendet werden.
Der Tätowierer Jörn Elsenbruch aus Nordrhein-Westfalen hatte diese Woche eine Online-Petition gegen ein Verbot gestartet und gewarnt, „ein Leben ohne Tätowierungen könnte bald Realität werden“. Bis Freitagnachmittag hatte die Petition (Link hier) mehr als 100.000 Unterstützer. Darunter sind nach Angaben der Initiative einige prominente Fußballer.
In einem YouTube-Video prangert Elsenbruch (r.) gemeinsam mit Andreas Coenen (l.), der vor 20 Jahren das Tattoo-Studio „The Sinner and the Saint Tattoo“ in Aachen eröffnet hat, das drohende Verbot an. „Die Tatsache, dass sowas überhaupt einfach über unseren Kopf hin entschieden werden soll, dagegen müssen wir uns wehren“, sagt Coenen.
Auch die aus Weywertz stammende Tätowiererin Sabine Jacobs aka Talisman Tattoo, die jahrelang ein Studio in Eupen betrieben hat und nun ebenfalls bei „The Sinner and the Saint Tattoo“ in Aachen arbeitet, rief über Facebook zum Unterschreiben der Petition auf:
Die EU-Kommission betonte, ihr Anliegen sei der Schutz der Bürger vor Gesundheitsgefahren. Sie verwies auf eine Empfehlung der Europäischen Chemikalienagentur ECHA aus dem vergangenen Jahr, die die Chemikalien auf Krebsrisiken untersucht hatte. Die ECHA verwies auf Anfrage darauf, dass die Pigmente in Kosmetika bereits verboten seien. „Wenn sie nicht auf der Haut verwendet werden dürfen, sollten sie auch nicht unter der Haut verwendet werden dürfen“, erläuterte ein ECHA-Sprecher. Die Agentur schlug jedoch eine zweijährige Übergangsfrist vor, damit Tätowierer Alternativen finden können.
Die Szene schlägt in einer Mitteilung zur Petition dennoch Alarm und droht mit Missachtung eines Verbots: „Somit würden Tätowierer nahezu gezwungen werden, Farben aus dem Ausland und vom Schwarzmarkt zu beziehen, welche keiner Kontrolle oder Regulation unterliegen sowie ein größeres gesundheitliches Risiko innehaben.“ (dpa/alno)

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