Jubiläumskampagne der „Friedensinseln“ wird am Wochenende in Ostbelgien durchgeführt

<p>An diesem Wochenende werden die bekannten Friedensmännchen verkauft.</p>
An diesem Wochenende werden die bekannten Friedensmännchen verkauft. | Foto: Veranstalter/Ilesdepaix

Das Selbsthilfeprojekt der Friedensinseln wurde von dem belgischen Pater Dominique Pire ins Leben gerufen. Geboren als Georges Charles Clement Ghislain Pire im Jahr 1910 in Dinant, trat er als 18-Jähriger ins Kloster der Dominikaner ein und nahm den Ordensnamen Dominique an. 1934 wurde er zum Priester geweiht. Weil er selber während des Ersten Weltkrieges aus seinem Heimatort fliehen musste, setzte er sich sein Leben lang für Flüchtlinge ein. Er gründete außerdem zahlreiche Heime und Wohltätigkeitsvereinigungen. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete er für den Widerstand. Ihm wurde 1958 der Friedensnobelpreis verliehen. Pire starb im Alter von 58 Jahren nach einer Operation.

Die erste Friedensinsel wurde von Pater Pire 1962 im Osten Pakistans gegründet. Viele dieser Friedensinseln funktionieren mittlerweile als autonome Zonen ohne jegliche Unterstützung aus Europa. Seit 1971 findet alljährlich im Januar eine Verkaufsaktion statt: zunächst waren es Bausteine, später dann die bekannten Friedensmännchen, die es an den Mann zu bringen galt. „In Eupen gab es vor 50 Jahren eine sehr starke Friedensinsel-Gruppe. Pater Pire war als Initiator des Projektes auch in Eupen gewesen. Sein Besuch hatte einen tiefen Eindruck hinterlassen. Viele Eupener waren damals so beeindruckt von seinen Taten und seiner Person, dass sie ihn unterstützen“, blickt Luc Assent vom Animationszentrum Ephata in Eupen zurück. Diese Gründergeneration war rund 30 Jahre lang sehr aktiv. Um die Jahrtausendwende trat die Gruppe aber an Ephata heran und bat um Unterstützung. „Es lag nahe, an uns zu denken, weil wir mit Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten“, so Assent. Seither ist Ephata der Projektträger im Norden Ostbelgiens. Luc Assent ist begeistert vom Einsatz, den vor allem die Jüngsten im Rahmen dieses Projektes an den Tag legen. „Viele Kinder wollen etwas bewegen. Es ist schön zu sehen, wie viel Engagement und Motivation sie an den Tag legen. Da könnte sich so manch ein Erwachsener eine Scheibe von abschneiden“, so Assent. Waren zu Zeiten der Gründergeneration noch überwiegend Erwachsene bereit, die bekannten Friedensmännchen zu verkaufen, so sind heute vermehrt Kinder und Jugendliche mit Eifer bei der Sache. „Jeder, der Lust und Zeit hat, kann auch in diesem Jahr mitmachen“, ruft Luc Assent auf. „Ob jung, alt, klein oder groß: Jeder kann am Wochenende bei Ephata vorbeikommen und sich einbringen.“

Zum 50. Geburtstag der Aktion will man mit der Zeit gehen: Die Verkaufsartikel wurden aktualisiert. Es gibt weit mehr als die Friedensmännchen aus recyceltem Plastik. Neben den Armbändern, die es schon seit einigen Jahren gibt, werden erstmals wiederverwendbare Einkaufsbeutel und Pflanzengutscheine angeboten. Diese Entwicklung hält Luc Assent für dringend nötig. Zur Baumaktion erklärt er gegenüber dem GrenzEcho: „Die Pflanzengutscheine sind als Unterstützung des Nachhaltigkeitsgedankens zu verstehen. 60 Cent werden zur Anpflanzung eines Baumes in Belgien verwendet. Die restlichen 5,40 Euro dienen der Finanzierung von nachhaltigen Landwirtschaftsprojekten in Familienbetrieben in Afrika und Lateinamerika.“

Die diesjährige Kampagne ermöglicht es, mehr als 200 Projekte in Afrika und in Lateinamerika zu unterstützen. Mehr als 220.000 Personen profitieren davon. In Afrika unterstützen die Friedensinseln Schulbauprojekte, Brunnen und Staudämme zur Bewässerung der Anbauflächen. Aber auch Ausbildungsprogramme und Mikrokredite zur Förderung der Selbstständigkeit werden finanziert in Benin, in Burkina Faso, Uganda und in Tansania. In den unwegsamen Andenregionen Perus gibt es für die indigene Bevölkerung große Probleme bei der medizinischen Versorgung, im Schulwesen und in der Trinkwasserversorgung. Auch hier wird investiert. (nawi)

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