Russland nimmt Hyperschallrakete in Betrieb
Die russischen Streitkräfte haben die ersten Hyperschallraketen des Typs „Avantgarde“ in der Region Orenburg im südlichen Ural in Dienst genommen. Verteidigungsminister Sergej Schoigu sprach laut „Komsomolskaja Prawda“ (Samstag) von einem bedeutenden Ereignis. Die Rakete soll mehr als 20 Mal so schnell wie der Schall sein und nicht von Abwehrsystemen abgefangen werden können. Bei einem Testflug vor einem Jahr war die „Avantgarde“ 6000 Kilometer weit geflogen. Russischen Medienberichten zufolge wurde die Rakete gemäß dem Abrüstungsvertrag Start Ende November amerikanischen Inspektoren gezeigt. Putin hatte die Waffe als Antwort auf Raketenabwehrsysteme der USA bezeichnet.
EVP-Fraktionschef Weber fordert europäische Brigade für Cyberabwehr
Der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten im EU-Parlament, Manfred Weber, plädiert für eine EU-Truppe zur Abwehr von Angriffen aus dem Internet. „Ein erster Schritt zur europäischen Armee sollte der Aufbau einer europäischen Cyberabwehr-Brigade sein“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). Viele kleinere EU-Staaten könnten sich auf diesem Gebiet gar nicht allein verteidigen. Die EU-Staaten wollen ein Koordinierungszentrum für Cyberabwehr aufbauen. Weber sagte, in der EU-Brigade sollten „die Soldaten, die am Rechner sitzen und uns im Internet verteidigen, die Europa-Fahne als Abzeichen tragen. Sie sollen EU-Soldaten sein.“ Bislang verfügt die EU über keine eigenen Soldaten.
Raketenangriff auf Militärbasis im Nordirak
Bei einem Raketenangriff auf eine Militärbasis im Nordirak ist nahe der Stadt Kirkuk ein ziviler Mitarbeiter des US-Militärs getötet worden. Mehrere amerikanische und irakische Soldaten seien verwundet worden, sagte ein Sprecher des US-geführten Militäreinsatzes „Inherent Resolve“ (OIR) dem Sender CNN. Bei dem Angriff waren mehr als 30 Katjuscha-Raketen abgefeuert worden. Auf dem Stützpunkt wurden nach Informationen des Fernsehsenders Al-Sumaria Lagerhallen getroffen.
Neuer Präsident in Algerien ernennt Regierungschef
Wenige Tage nach seiner Amtsübernahme hat Algeriens neuer Präsident Abdelmadjid Tebboune den Politologen Abdelaziz Djerad mit der Bildung einer Regierung beauftragt. Das berichtete die Nachrichtenagentur APS am Samstag. Der bisherige Ministerpräsident Noureddine Bedoui wurde von der Opposition und Demonstranten abgelehnt. Die Regierungsumbildung soll die politische Krise im größten afrikanischen Land beenden. Im April war Präsident Abdelaziz Bouteflika nach Massenprotesten zurückgetreten. Zehntausende demonstrieren weiter regelmäßig gegen die Machtelite. Mitte Dezember war Tebboune zum Präsidenten gewählt worden, doch die Demonstranten sehen die Wahl als staatlich gelenkt an.
Spotify verzichtet vor US-Präsidentenwahl auf politische Werbung
Der Streamingdienst Spotify will ab Anfang 2020 in den USA auf politische Werbung verzichten. Das Unternehmen habe noch keine „robusten“ Werkzeuge, um solche Inhalte verantwortungsvoll zu prüfen, erklärte Spotify am Samstag. Diese Entscheidung werde später überprüft. Spotify ist Marktführer beim Musikstreaming und bietet Podcasts. Twitter will im Präsidentschaftswahlkampf keine politischen Anzeigen mehr zuzulassen. Facebook will dagegen auch nachweislich falsche Beiträge von Politikern zulassen, um sich nicht in die Politik einzumischen. Google will die personalisierte Wahlwerbung einschränken und gegen falsche Angaben vorgehen.
Demonstranten besetzen Banken im Libanon
Im Libanon haben Demonstranten kurzzeitig mehrere Banken besetzt und gegen die Finanzkrise im Land protestiert. Unter anderem in einer Niederlassung der BLC Bank in der Hauptstadt Beirut veranstalteten Demonstranten eine Sitzblockade, wie die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Samstag berichtete. Auf Fotos und Videos war zu sehen, wie mehrere Dutzend Menschen die Schalterhalle blockierten. Im Libanon kommt es seit Wochen zu Protesten gegen die Regierung. Das Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und Banken haben die Ausgabe von US-Dollar an ihre Kunden begrenzt.
Ein Toter bei neuen Krawallen in Chile
Bei Zusammenstößen der Polizei mit Demonstranten ist in Chile ein Mann umgekommen. Er sei in Santiago de Chile in ein Loch gefallen und habe einen Stromschlag erlitten, berichteten Medien am Samstag. Die Zahl der Todesopfer bei den seit Monaten andauernden Protesten gegen die Regierung stieg damit auf 27. Bei den Krawallen ging zudem das Kulturzentrum Alameda samt Konzertsaal, Kino und Café in Flammen auf. Vermummte drangen in die Universität San Sebastián ein und schleuderten Brandsätze. Die Proteste entzündeten sich im Oktober an einer Fahrpreiserhöhung und richten sich jetzt gegen die Missstände im Gesundheits- und Bildungssystem und das neoliberale Wirtschaftssystem. (dpa)

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