Alarmstufe Rot für Biodiversität in Flandern

<p>Der Europäische Laubfrosch hat sich in den letzten Jahren leicht erholt.</p>
Der Europäische Laubfrosch hat sich in den letzten Jahren leicht erholt. | Foto: dpa

Nur 18 der 69 Pflanzen- und Tierarten „von europäischem Anliegen“ sind in gesundem Zustand. Die überwiegende Mehrheit befindet sich in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand, wie z. B. die Knoblauchkröte und der Hirschkäfer. „Fünfzehn Arten haben sich in den letzten elf Jahren leicht erholt, wie zum Beispiel der Europäische Laubfrosch. Aber das Gesamtbild ist nicht gut“, sagt Lieve Vriens, Koordinatorin des Berichts. Dasselbe gilt für die 2.624 geschützten Arten auf der „Roten Liste“. Um fast die Hälfte von ihnen muss man sich große Sorgen machen, und rund 800 Arten sind am Rande des Aussterbens.

Insgesamt gibt es zwar mehr Naturschutzgebiete, aber 21 Jahre nachdem Flandern im Raumordnungsplan festgelegt hat, dass es bis 2007 insgesamt 48.000 Hektar mehr „grüne“ Gebiete geben sollen, sind nur noch 40 Prozent davon wirklich „grün“. Zusätzlich war der Zeitraum von 2015 bis 2019 der heißeste bisher. Im Sommer 2018 stellte das INBO „auffällige Trockenheitssymptome bei Laub- und Nadelbaumarten“ fest.

Umweltminister Zuhal Demir betont laut „De Morgen“, dass auch weiterhin in die Natur investiert wird, und erklärt, dass es zusätzliche Schutzmaßnahmen für gefährdete Arten geben wird, mit Schwerpunkt auf die Widerstandsfähigkeit der Lebensräume. (belga)

Kommentare

  • Die Weihnachtszeit war im Grenzecho noch bestimmt vom 75. Jahrestag des Beginns der Ardennenoffensive, die Ostbelgien stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Vorher war die Landung in der Normandie das große Thema und nicht jeder hat "mit uns in der Normandie gekämpft", wie Trump ehrlich anmerkt. Natürlich haben auch Briten und Amerikaner manchmal geschummelt bei der Darstellung der Geschichte, sozusagen groben Unfug verbreitet, das lässt sich im zeitlichen Abstand ganz sicher sagen. Um so schöner ist der Themenwechsel zu Laubfröschen und Knoblauchkröten in diesen Gebieten. In meiner Region gab es nach dem Abzug der Us-streitkraefte ein böses Erwachen. Alle Biotope mit seltenen Lurchen und Molchen waren mit einem leichten Ölfilm überzogen. Über Jahrzehnte könnten seltene Tiere im Sperrgebiet überleben. Um so wichtiger, solche Gebiete auf Dauer einzurichten, um nicht plötzlich wie beim Mikado eine ganze Farbe zu vermissen. Plötzlich sind die Laubfrösche dann weg und das will niemand. Der Laubfrösch und sein grün sind schon zum Symbol einer riesigen Klimabewegung geworden und es ehrt Belgien soviel für die bedrohten Arten zu tun. In Deutschland gibt es schon manchmal eine Fixierung auf seltene Feldhamster, Frösche, Lurche oder Molche. Diese Minireptilien können ja so alt wie Dinosaurier sein und stehen für die Anfänge biologischer Evolution im Tierreich.
    Bin sehr gespannt wie gut sich die Laubfroschpopulation in Belgien entwickelt hat. Der Laubfrosch ist ja der Wetterfrosch schlechthin. Mir fehlen die ganzen kleinen Lurche und Molche, die im Schutz der US Army gedeihen konnten.

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