Demnach landeten 2019 bis zum 24. Dezember 11 439 Migranten an den italienischen Küsten. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 23 210, im Jahr davor 118 914. Die meisten der Migranten (2654) kamen in diesem Jahr aus Tunesien. Es folgen als Herkunftsländer Pakistan mit 1180 und die Elfenbeinküste mit 1135 Ankömmlingen.
Als Hauptgrund für den starken Rückgang der Migration nach Italien gilt ein umstrittenes Abkommen, das die damalige sozialdemokratische Regierung 2017 mit Libyen schloss. Das Memorandum wurde laut Medienberichten von informellen Vereinbarungen mit diversen Milizen des Bürgerkriegslandes begleitet. Ziel war es, Migranten von Libyen aus nicht aufs Meer hinaus zu lassen.
Nach dem Regierungswechsel 2018 wurde der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, Innenminister. Er verfolgte eine Politik der „geschlossenen Häfen“ gegen die Rettungsschiffe auf dem Mittelmeer. Die seit September dieses Jahres amtierende Mitte-Links-Regierung fährt gegenüber den Hilfsorganisationen einen moderateren Kurs und lässt Rettungsschiffe einlaufen. Allerdings kommt inzwischen der größte Teil der Migranten, die die Küsten des Landes erreichen, mit eigenen Booten oder Schleppern nach Italien. (dpa)

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