Unwetter in Südeuropa fordern Todesopfer

<p>Illustrationsbild: dpa</p>
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Heftige Schnee- und Regenfälle haben in Italien ein Wetterchaos verursacht und mindestens einen Menschen das Leben gekostet. Ein Autofahrer in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten des Landes wurde getötet, als er mit seinem Wagen auf eine überflutete, für den Verkehr gesperrte Straße fuhr, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete.

Demnach hatte der Mann noch den Rettungsdienst anrufen können, wurde aber später mit seinem Auto in die Fluten gerissen. Er konnte von der Feuerwehr nur noch tot geborgen werden.

In Venedig stand das Hochwasser am Samstagmorgen 120 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Damit waren rund 30 Prozent der Stadt unter Wasser. Am Sonntag und Montag sollte das Hochwasser auf bis zu 130 Zentimeter ansteigen und fast die Hälfte der Stadt bedecken.

Die Lagunenstadt leidet noch immer unter den Folgen des katastrophalen Hochwassers, das am 12. November fast das ganze historische Zentrum überflutet und enorme Schäden angerichtet hatte. Damals war das Wasser auf 187 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel gestiegen.

Wegen heftiger Schnee- und Regenfälle im Val Gardena oder Grödnertal in Südtirol musste unterdessen das Ski-Abfahrtsrennen der Herren abgesagt werden, wie die Organisatoren mitteilten. Der Zivilschutz gab am Samstag mehrere Regen- und Erdrutsch-Warnungen heraus. Sie betrafen Teile der Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Ligurien, die Toskana, Umbrien, Lazio, Kampanien und Sardinien.

Segler im Mittelmeer vermisst

In Südfrankreich machen starke Regenfälle und heftige Winde erneut den Menschen zu schaffen. Wie die Seepräfektur für das Mittelmeer am Samstag berichtete, kenterte ein Segelboot in der Nähe von Fos-sur-Mer nordwestlich von Marseille. Ein Segler werde vermisst, zwei Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Der Unfall ereignete sich am Freitagabend, die Helfer setzten Hubschrauber ein.

Der Flughafen von Ajaccio auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika wurde wegen Überschwemmung geschlossen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Fluggesellschaft Air Corsica warnte via Twitter, der Airport sei wegen teilweiser Überflutung von Straßen unzugänglich.

Für 18 Départements im Süden des Landes gab es einen Wetteralarm - die Menschen wurden aufgefordert, besonders vorsichtig zu sein. Bereits Mitte des Monats war eine Schlechtwetterzone über die französische Riviera gezogen, dabei hatte es mehrere Todesopfer gegeben.

Fassadenstück erschlägt Frau in Madrid

Im Zentrum von Madrid ereignete sich ein ungewöhnliches Unglück: Eine Passantin wurde von herabfallenden Fassadenstücken erschlagen. Der Unfall geschah am Freitagnachmittag gegen 14.30 Uhr nur wenige hundert Meter von Touristenattraktionen wie dem Platz Puerta del Sol oder dem Prado-Museum entfernt. Die 32-Jährige aus Südkorea erlitt unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma und erlag am Samstag im Krankenhaus ihren Verletzungen, wie die Behörden mitteilten.

Die Hintergründe des Unfalls waren am Samstag unklar. Ein Sprecher der Stadt äußerte die Vermutung, die Unwetter diese Woche in Madrid und anderen Teilen Spaniens mit viel Regen und starken Winden könnten zu dem Unglück geführt haben.

Die Unwetter forderten in Spanien nach Behördenangaben mindestens vier weitere Menschenleben. Ein Mann starb am Samstag in Huéscar bei Granada, als sein Wagen von Wassermassen überflutet wurde. Vor der Küste von Punta Umbría bei Huelva im Südwesten des Landes war am Freitag ein 67 Jahre alter Surfer aus den Niederlanden bei starkem Wellengang ertrunken. Schon am Donnerstag hatte es zwei weitere Tote gegeben. Auch im Nachbarland Portugal kamen zwei Menschen ums Leben. (dpa)

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