28 der Angeklagten erhielten am Donnerstag in Manila lebenslang, was in dem Inselstaat 40 Jahre Gefängnis bedeutet. Unter ihnen waren acht Angehörige der Familie Ampatuan, die als Drahtzieher des Blutbades gilt. Dieses hatte am 23. November 2009 in der Provinz Maguindanao 58 Menschen das Leben gekostet, darunter 32 Journalisten.
Bewaffnete hatten damals eine Fahrzeugkolonne angegriffen, in der politische Rivalen des Provinz-Gouverneurs sowie zahlreiche Reporter unterwegs zu einer Kandidatenregistrierung waren. Die Ampatuans wollten laut Anklage die Kandidatur von Esmael Mangudadatu für das Amt des Gouverneurs verhindern. Dieses hatte damals der Familienpatriarch Andal Ampatuan Senior inne. Er war 2015 in Haft gestorben. Der Clan kontrollierte jahrzehntelang die Provinz Manguindanao rund 960 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila.
In dem Prozess wurden 15 weitere Angeklagte zu mindestens sechs Jahren Haft verurteilt. Mehr als 50 Beschuldigte wurden freigesprochen, darunter 4 Clanmitglieder. Mangudadatu, der heute Abgeordneter ist, begrüßte die Urteile. „Wir haben dafür gebetet, dass die Hauptverantwortlichen schuldig gesprochen werden.“ Menschenrechtsgruppen betonten, der Kampf gegen Straflosigkeit in dem südostasiatischen Land müsse weitergehen. (dpa)

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