PISA: „Schließt die Schule!“

Und wieder haben sie zugeschlagen, die „unfehlbaren PISA- Päpste“, und wieder gab es besorgte Kommentare über schlechte(re) Resultate, und wieder wurden in bekanntem Aktionismus vielfältige Rezepte angekündigt. Ein einfaches Rezept aber vermisse ich, eins, das nichts kostet, und auch noch Geld spart. Vor Jahren fand ich es in einem pädagogischen Beitrag unter obigem Titel. Sinngemäß heißt es da: Gebt der Schule ZEIT und lasst die Schule wieder mal das tun, was ihr Kernauftrag ist, gebt ihr Zeit für das strukturierte (!) Lehren, das Lernen, Üben, Wiederholen…, gebt ihr Zeit für das, was nur die Schule tun kann. IN der Schule, IN der Schulzeit!

Seit Jahren stellt man eine zunehmende Überfrachtung der Unterrichtszeit fest, nicht nur mit neuen Lehrinhalten, sondern auch mit einer unglaublichen Vielzahl von „inner- und außerschulischen Projekten und Aktivitäten“ (siehe die RDG- Stellungnahme – Dok. N° 141 vom 25.05.1999, S.124 ff.): See-/Schneeklassen, Theater proben und aufführen, Film drehen, karnevalistische Aufführungen, sportliche Wettbewerbe und soziale Aktionen aller Art, Besichtigungen, Ausflüge, Vorträge… Das alles braucht viel Zeit, und außerdem hat es ungünstige Auswirkungen auf den Lehr- und Lernrhythmus. Einzeln mögen all diese Projekte sinnvoll sein. Aber in der Fülle ist es unvermeidlich, dass die Unterrichtszeit für die Kernaufgaben geringer wird. Und dies geht eindeutig vor allem zu Lasten der schwächeren Schüler, die dann vielfach auf außerschulische Hilfe und teure Nachhilfestunden angewiesen sind. Auch deshalb, in provozierender und überspitzter Form: „Schließt die Schule!“

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