Heftiger Streit um Kosten für das Kloster Heidberg

<p>Blick auf das Kloster Heidberg in Eupen, um das in dieser Woche eine neue Debatte entstanden ist.</p>
Blick auf das Kloster Heidberg in Eupen, um das in dieser Woche eine neue Debatte entstanden ist. | Archivfoto: David Hagemann

Das Kloster Heidberg in Eupen ist eines von der DG betriebenen Gemeinschaftszentren (DGG) und verschlinge seit der Eröffnung im September 2014 „massenhaft Steuergelder“, hatte der Vivant-Parlamentarier Michael Balter in dieser Woche kritisiert. Für das Projekt seien ursprünglich 9,5 Millionen Euro veranschlagt worden, letztlich habe es aber 10,6 Millionen Euro gekostet, also 1,1 Millionen Euro mehr.

Zudem schreibe das Kloster Heidberg seit dem Jahr 2015 „enorme Verluste“, insgesamt 1,3 Millionen Euro in den letzten vier Jahren (2015: -577.119 Euro; 2016: -313.223 Euro; 2017: -177.710 Euro und 2018: -233.507 Euro). Im Jahr 2017 seien fast zehn Prozent des Umsatzes seitens der DG-Regierung getätigt worden, während die Hotelauslastung in den letzten vier Jahren bei durchschnittlich acht Prozent gelegen habe. „Ein Trauerspiel von Missmanagement und politischem Größenwahn. Alte Bausubstanz zu erhalten, ist eine Sache und macht in einigen Fällen auch Sinn, aber dafür braucht man das nötige Geld. Und wenn dies nicht da ist, dann sollte man zuerst seine Hausaufgaben machen und sich um die wesentlichen Dinge kümmern“, so Balter.

Werner Baumgarten, Direktor der Gemeinschaftszentren, zu denen auch das Kloster Heidberg gehört, meinte in einer Stellungnahme, die Aussagen von Vivant seien „mit Vorsicht zu genießen“. Die Gemeinschaftszentren seien verantwortlich für die Zentren Worriken in Bütgenbach, das KUZ in Burg Reuland und die Eupener Zentren auf Ternell, an der Wesertalsperre und das Kloster Heidberg. „Der Haushalt und die Rechnungslegung dieser Zentren stellen den konsolidierten Haushalt der DGG dar. Einzelne Details aus dem Gesamtrahmen aufzulisten, verfälscht die Gesamtbilanz und steht in keinem Verhältnis zu dem Gesamtauftrag der Gemeinschaftszentren“, so Baumgarten.

Das Haushaltsergebnis der Gemeinschaftszentren weise für 2018 ein Resultat von –448.000 Euro inklusive aller Investitionen auf. „Nimmt man die in Eigenregie der verschiedenen Zentren durchgeführten Investitionen raus, dann ergibt sich ein positives Resultat von +183.000 Euro. Eine durchweg positive Entwicklung, die die gute Arbeit aller Mitarbeiter unterstreicht“, denkt Werner Baumgarten: „Dass das Kloster Heidberg noch Entwicklungspotenzial aufweist, liegt auf der Hand.“

Dies sei durch ein externes Audit verdeutlicht worden. Betrachte man jedoch die vorgebrachten Zahlen im Detail, werde schnell klar, dass die Investitionsausgaben nicht berücksichtigt worden seien. Auch die von Vivant genannte Belegungsquote lasse „jegliche professionelle Herangehensweise missen“: „Es handelt sich um ein Seminarzentrum, welches eben nicht tagtäglich bzw. in den Ferienperioden und am Wochenende von Kongresskunden gebucht wird.“

Zur Ermittlung der Belegungsquote werde auf Basis der Finanzanalyse die maximale Belegung anders berechnet, so errechne sich eine Belegungsquote von 30 Prozent. Dies sei für das Seminargewerbe „eindeutig zu niedrig und ausbaufähig“. Aber: „Die Entwicklung der letzten vier Jahre zeigt aber eine klare und deutliche Verbesserung“, sagt Baumgarten. Als verantwortungsvoller Politiker müsse man sich die Frage stellen, ob durch Aussagen wie „Missmanagement“ und „Millionengrab“, „die absolut nicht der Wahrheit entsprechen“, bewusst Geschäftsschädigung betrieben werde, so der Direktor. Für die Gemeinschaftszentren sei es „sicher nicht von Vorteil“, wenn der Kunde zunächst desinformiert und negativ beeinflusst werde. „Schade für rund 120 Mitarbeiter, die sich jeden Tag für ihre Zentren einsetzen und stolz sind auf die positiven Entwicklungen der letzten Jahre.“

Michael Balter betonte am Mittwoch gegenüber dem GrenzEcho, dass die Zahlen zum Kloster Heidberg „klar ersichtlich“ seien und nicht „verschönert“ werden könnten. Es sei der Vivant-Fraktion auch nicht um alle Gemeinschaftszentren gegangen, sondern spezifisch um das Kloster Heidberg. Gemeinsam mit anderen Oppositionsparteien habe man von Anfang an davor gewarnt, dass dies zu einem „Millionengrab“ werden könne. (red/sc)

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