Von Kindermissbrauch bis zum Umgang mit Aggressionen gegen Pflegepersonal
Bei der öffentlichen Ausschusssitzung für Gesund und Soziales im Parlament der DG (PDG) am Mittwochnachmittag wurden zahlreiche Themen angesprochen. Ein Überblick:
Die DG-Regierung denkt in der Frage um den in der Frage nach dem Missbrauch von Kindern über ein Portal speziell für Kinder und Jugendliche nach. „Wir stehen bezüglich dieses Projekts und auch zur Schaffung einer Art Kinderrechtsrates mit den Kollegen aus Luxemburg in Kontakt“, sagte Minister Antonios Antoniadis (SP) nach einer Frage von Jolyn Huppertz (CSP). Bislang steht das Familienportal der DG zur Verfügung. Dieses fasst viele Angebote zusammen.
Zu einem gemeinsamen Handeln rief Jolyn Huppertz (CSP) bei ihrer Frage nach einer Hilfe für Lipödem-Erkrankte auf. Es handelt sich um eine krankhafte Fettverteilungsstörung, die einen langwierigen chronischen Prozess und schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Weil die Krankheit aber immer noch nicht vollständig erforscht sei, mache dies die Behandlung und Anerkennung der Leistungen in Belgien und anderen Staaten schwierig, antwortete Minister Antonios Antoniadis (SP). Für die ambulante und stationäre Behandlung von Lipödemen in Deutschland gelten übrigens die „Ostbelgien-Regelung“ und die damit verbundenen Regeln. Der Patienten Rat und Treff (PRT) informiert in der DG zu diesem Thema.
Freddy Mockel (Ecolo) griff die Forderung nach Schaffung einer interministeriellen Konferenz auf, in der das Thema Frauenrechte behandelt werden soll. Die Grünen hatten sich gemeinsam mit anderen Parteien dafür ausgesprochen. Auch die DG-Regierung befürworte die Einführung einer Konferenz und werde dies in Brüssel vorbringen, erklärte Minister Antonios Antoniadis (SP). „Wichtig ist aber, dass alle Teilstaaten sich dafür aussprechen. Die Einrichtung einer interministeriellen Konferenz muss nämlich einstimmig beschlossen werden.“ Der Minister möchte aber eine Konferenz, die auch Diskriminierungsformen aufgreift. Im Parlament wurde angeregt, auch die Gewalt an Männern zum Thema zu machen.
In der Deutschsprachigen Gemeinschaft wurden von 2010 bis Oktober 2019 insgesamt 107 Kinder durch den Pflegefamiliendienst in Pflege- und Patenfamilien vermittelt: 37 Kinder in Langzeitpflege, 36 Kinder in Bereitschaftspflege und 34 Kinder in Patenfamilien. Von 2012 bis Oktober 2019 betreute der Pflegefamiliendienst der DG jährlich durchschnittlich 60 Pflegekinder und 10 Patenkinder in 49 Familien. Diese Zahlen nannte Minister Antonios Antoniadis (SP) nach einer Frage von Céline Kever (SP). Die betroffenen Familien würden eng begleitet und auch (finanziell) bei Weiterbildungen oder dem Austausch unterstützt, so der Minister.
Auf Weiterbildungen setzen die Krankenhäuser auch in der DG, um das Personal im Umgang mit Aggressionen entsprechend zu schulen. Das berichtete Minister Antonios Antoniadis (SP) nach einer Frage von Jolyn Huppertz (CSP). Diese bezog sich auf Presseberichte im frankofonen Landesteil und wollte sich über die Lage in der DG erkundigen. In St.Vith wird 2020 eine entsprechende Weiterbildung auch für das Personal der Psychiatrie angeboten. Der häusliche Pflegebereich berichte von häufigen verbalen Attacken. „Physische Übergriffe sind eher selten“, so der Minister. Die Familienhilfe biete daher interne Kommunikationskurse für das Personal an, während die Krankenpflegevereinigung (KPVDB) mehrmals pro Jahr zwei Weiterbildungen zur Gesprächsführung und Deeskalation organisiere, die sich an alle Gesundheits- und Pflegedienstleister richteten. (sc)
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