78 Jahre nach einem der größten Massenmorde der Nationalsozialisten in Europa entzündeten am Samstagabend mehrere Dutzende Letten Kerzen am Fuße des Monuments in der Innenstadt des baltischen EU- und Nato-Landes. Darunter war auch Staatspräsident Egils Levits.
Der Holocaust-Überlebende Margers Vestermanis erklärte: „Ich bin froh, dass ich bis zu diesem Moment gelebt habe, an dem am heiligsten Ort Lettlands, dem Fuße des Freiheitsdenkmals, Kerzen angezündet werden, um der großen Trauer, dem großen Kummer, des jüdischen Volkes zu gedenken.“
Im Rumbala vor den Toren Rigas wurden im Winter 1941 an nur zwei Tagen - am 30. November und 8. Dezember - mehr als 25 000 Juden von deutschen SS-Angehörigen und lettischen Kollaborateuren umgebracht. Es waren Menschen aus dem völlig überfüllten Rigaer Ghetto, darunter auch rund 1000 aus Deutschland deportierte Juden.
Levits sagte nach dem Anzünden einer Kerze: „Wir müssen uns dieses tragischen Ereignisses bewusst sein. Es muss auch seinen Platz in unserem historischen Gedächtnis haben, damit wir heute einige Lehren aus diesem Ereignis ziehen können.“
Die Gedenkveranstaltung geht auf eine Bürgerinitiative zurück und fand in diesem Jahr zum vierten Mal statt. „Dies ist die Geschichte Lettlands, nicht nur der jüdischen Gemeinde“, sagte Organisatorin Lolita Tomsone. Zuvor wurde bereits am Freitag in der Gedenkstätte Rumbula der Toten gedacht. (dpa)

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