Neue Sichtungen in Belgien: „Tigermoskitos“ sind auf dem Vormarsch

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Sie gilt als fliegendes Sicherheitsrisiko: die Asiatische Tigermücke. | Foto: dpa

Sie ist gerade einmal zwischen zwei und zehn Millimeter groß, kann aber extrem gefährlich sein: die Asiatische Tigermücke, die als gefährlicher Krankheitsüberträger agiert. Nach offiziellen Angaben kann das Insekt „weit mehr als zwanzig, vor allem aus den Tropen bekannte Erreger übertragen“ - darunter das Dengue- und Gelbfieber-Virus sowie das berüchtigte Zika-Virus. Für das Institut für Tropenmedizin Grung genug, die Population des „Tigermoskitos“, der vor allem durch ihre schwarz-weiße Musterung auffällt, hierzulande genau zu beobachten.

Wie nun bekannt wurde, haben Forscher im Zeitraum von April bis Oktober vier ausgewachsene Exemplare in einem Garten-Center in Ostflandern entdeckt. Damit aber nicht genug. „Es wurden außerdem insgesamt fast zweihundert Eiern und drei Larven auf Autobahnparkplätzen in Sprimont, Wanlin und Marke entdeckt“, berichtet die Entomologin Isra Deblauwe dem flämischen Magazin „Knack“.

Die wärmeliebende Asiatische Tigermücke, die in Belgien erstmals im Jahr 2000 nachgewiesen wurde, befindet sich in den letzten 20 Jahren immer mehr auf dem Vormarsch. Von Südeuropa aus bahnt sich das Insekt langsam aber sicher einen Weg in den Norden.

Als blinde Passagiere im Güterverkehr reist das Insekt von A nach B. Vor allem der internationale Handel mit Gebrauchtreifen hat es den "Brummern" angetan. Denn die Reifen, die aus Asien nach (Süd-)Europa kommen, wo sie für den Straßenbau zerschreddert werden, bieten aufgrund von Wasserrückständen im Inneren ideale Brutbedingungen.

Obwohl die eingewanderte, ursprünglich aus den Tropen stammende Art als nicht resistent gegen Frost gilt, mahnt Wim Van Bortel vom Instituts für Tropenmedizin im „Knack“-Magazin zur Vorsicht: „Die Mückenart hat es in Belgien noch nicht geschafft zu überwintern. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich die Tigermücke hierzulande etablieren kann.“ Eine „gute Überwachung und Kontrolle“ seien daher notwendig, „um diesen Moment so lange wie nur möglich hinauszuzögern“.

Neben der Asiatische Tigermücke scheinen sich in Belgien mittlerweile auch zwei weitere Mückenarten festzusetzen. Denn laut Angaben des Instituts für Tropenmedizin wurden in den letzten Monaten auch vermehrt die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) sowie die Koreanische Buschmücke (Aedes koreicus) gesichtet. Beide Arten sind laut den Experten aber wesentlich ungefährlicher als das „Tigermoskito“ - vollkommen unbedenklich sind sie aber nicht. (calü)

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