Die Föderalpolizei könnte zwischen dem 9. Dezember und 2. Januar bestreikt werden, hieß es am Dienstag. Um möglichen Aktionen doch noch aufzuhalten, muss die Direktion der Polizei auf die Forderungen der Arbeitnehmervertretungen eingehen.
Eine Umfrage bei 5.000 Polizisten ist der Auslöser der Streikankündigung.
Der Grund der hinterlegten Streikankündigung ist eine im Januar 2019 vorgestellte Umfrage zum Wohlbefinden bei der Arbeit. Der christlichen Gewerkschaft stößt übel auf, dass die Verantwortlichen auf die Ergebnisse noch nicht reagiert haben. Damals waren 5.000 Polizisten befragt worden. Es kam zu erstaunlichen Ergebnissen. Beispielsweise war unter anderem jeder fünfte Polizist der Ansicht, dass er bereits einmal das Opfer einer Diskriminierung geworden war. Und jede vierte Polizistin klagte über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Beamten gab an, dass sie gestresst sind. Außerdem beklagten sich 42 Prozent der Befragten über einen Mangel an Informationen von ihrem Vorgesetzten, wenn es neue Entwicklungen innerhalb der Polizei gibt.
Die Umfrage zeigte auch auf, dass mehr als die Hälfte der Polizeibeamten bereits darüber nachgedacht hat, ihren Arbeitsplatz bei der föderalen Polizei zu verlassen: 27 Prozent wollen den Dienst manchmal, 19 Prozent regelmäßig und 9 Prozent (fast) immer quittieren. Und fast 20 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Vorgesetzter sie fast oder nie fair und gerecht behandelt. Die SLFP, die größte Gewerkschaft der Polizei, bedauert ebenfalls die langsame Reaktion der Direktion „Wir wurden für den 19. Dezember von der Leitung zur Erläuterung eingeladen. Wir erwarten einen Plan“, erklärte der Vizepräsident der Gewerkschaft, Vincent Houssin, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Belga.
„Diese Menschen haben echte Schmerzen, sie erwarten eine Lösung.“
Für den CSC-Gewerkschafter Raoul Moulin (CSC) muss die Polizeihierarchie damit aufhören, „auf Zeit zu spielen“. Seit April habe man um eine Diskussion und praktische Antworten gebeten, so Moulin weiter: „Und stattdessen sollen wir uns in Geduld üben. Diese Menschen haben jedoch echte Schmerzen, sie erwarten eine Lösung. Außerdem wird das Image der Polizei beschädigt, und das Fehlen einer Unternehmenskultur ist für die Institution sehr schädlich.“
Auch die Gewerkschaft der freien Beamten hat vor zwei Wochen einen Streikaufruf bei der Verkehrspolizei eingereicht und eine verbesserte Sicherheit auf Autobahnparkplätzen gefordert. Die Streikfrist sollte vom 29. November bis zum 2. Januar laufen, der Start wurde jedoch auf den 5. Dezember verschoben. Eine Konsultation zu diesem Thema ist für diesen Mittwoch geplant. (belga/mv)

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