Wahlkampf in Großbritannien: Parteichefs stellen sich Publikumsfragen

<p>Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, in Aktion bei einem Besuch in Jimmy Egans Boxschule. Der Termin ist Teil des Wahlkampfes, denn zum 12. Dezember 2019 sind Neuwahlen angesetzt.</p>
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, in Aktion bei einem Besuch in Jimmy Egans Boxschule. Der Termin ist Teil des Wahlkampfes, denn zum 12. Dezember 2019 sind Neuwahlen angesetzt. | Fotos: dpa

Premierminister Boris Johnson von den Konservativen, Labour-Chef Jeremy Corbyn, Jo Swinson von den Liberaldemokraten und Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon von der Schottischen Nationalpartei (SNP) treffen am Freitagabend in der Talkshow BBC Question Time (20.00 Uhr MEZ) aufeinander. Jeder der Parteichefs hat insgesamt 30 Minuten, um auf Fragen aus dem Publikum zu antworten. Am 12. Dezember wählen die Briten ein neues Parlament.

<p>Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Partei in Großbritannien, hält einen Ausdruck des Programms seiner Partei hoch.</p>
Jeremy Corbyn, Vorsitzender der Labour Partei in Großbritannien, hält einen Ausdruck des Programms seiner Partei hoch.

Die Labour-Partei hatte am Donnerstag ein radikales Wahlprogramm vorgestellt. Die britischen Sozialdemokraten wollen die Wasser- und Energieversorgung sowie das Eisenbahnnetz und die Post verstaatlichen. Auch der Telekommunikationsriese BT soll teilverstaatlicht werden. Die Briten sollen künftig ohne Gebühren mit Internetanschlüssen versorgt werden. Die Partei will zudem 150 000 neue Wohnungen bauen. Finanziert werden soll das über Steuererhöhungen für Unternehmen und Großverdiener. Zudem verspricht Labour-Chef Corbyn einen „grüne industrielle Revolution“, durch die das Land zwischen 2030 und 2040 klimaneutral werden soll.

<p>Jo Swinson, Vorsitzende der Liberaldemokraten, besucht einen Boxclub im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung.</p>
Jo Swinson, Vorsitzende der Liberaldemokraten, besucht einen Boxclub im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung.

Wann die Tories ihr Wahlprogramm vorstellen werden, ist noch nicht klar. Doch auch Johnson hat bereits große Investitionen, beispielsweise in den Nationalen Gesundheitsdienst NHS und die Polizei angekündigt.

Wichtigstes Wahlversprechen des Premiers ist aber, den EU-Austritt bis zum 31. Januar 2020 mit seinem nachverhandelten Brexit-Deal zu vollziehen. Labour will stattdessen ein eigenes Austrittsabkommen mit Brüssel aushandeln. Anschließend sollen die Briten in einem zweiten Referendum die Wahl zwischen einem Brexit mit enger Anbindung an die EU und einem Verbleib in der Staatengemeinschaft haben. (dpa)

<p>Nicola Sturgeon (r.), Premierministerin von Schottland und Mitglied der Scottish National Party (SNP), lächelt, als ein Wähler mit seinem Smartphone ein Foto von sich und ihr macht.</p>
Nicola Sturgeon (r.), Premierministerin von Schottland und Mitglied der Scottish National Party (SNP), lächelt, als ein Wähler mit seinem Smartphone ein Foto von sich und ihr macht.

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