Spannungen in der Klinik Königin Astrid in Malmedy: Das private Centre Hospitalier Chrétien (CHC) und das öffentliche Centre hospitalier universitaire (CHU) hoffen, sich mit der Klinik zusammenzuschließen.
Ersel Kaynak (PS+), Verwalter der Klinik, stellt die Art, wie das Referendum zur Entscheidung unter Ärzten organisiert wurde, in Frage. Es führte zu einer „neutralen“ Stellungnahme, obwohl 60 Ärzte für das CHC plädierten und 55 für das CHU. Einige hätten laut Kaynak zu wenig Stimmen gehabt, wenn man ihre Anwesenheit in der Klinik berücksichtigen würde. Und andere Stimmen hätten zu viel Gewicht gehabt. Aber „um keine Spannungen zu erzeugen und eine Verschiebung der Entscheidung zu vermeiden, nahm der Vorstand das Ergebnis des Referendums zu Protokoll“. Kaynak stuft dies als einen „Gewaltstreich“ des Ärzterats ein, der sich am 7. November mit fünf Stimmen und einer Enthaltung (von neun möglichen Stimmen) für das private CHC ausgesprochen hat. Und das obwohl die Angebote angepasst wurden und die Provinz, eine öffentliche Institution, die Arbeiten in der Geriatrie mit 750.000 € subventioniert und der Klinik eine Million Euro geliehen hatte, um ihr aus einem Liquiditätsengpass zu verhelfen.
Jacques Rémy-Paquay (Alternative), Präsident des Verwaltungsrates der Klinik, befindet laut „La Meuse“ das Angebot des CHC aus finanzieller Sicht für besser: ein zinsloses Darlehen von einer Million Euro ohne Rückzahlungsdatum und eine Kreditlinie von vier Millionen Euro, die in ein zinsloses Darlehen ohne Fristsetzung umgewandelt werden könnte. Das CHU hingegen hätte nur ein Darlehen in Höhe von 1,5 Millionen Euro angeboten, dessen Rückzahlung am Ende der Arbeiten am Operationstrakt beginnen würde, jedoch mit Zinsen ab der ersten Rechnung.
Daher das angespannte Klima in der Mehrheit. Alternative hat 12 Mandatsträger, die PS+ einen (Ersel Kaynak) und ECm (Opposition) zehn. Der liberale Provinzabgeordnete André Léon Denis (ECm) warf dem Ärztekollegium vor, die Anwendung einer Rahmenvereinbarung vom Oktober 2018 verschoben zu haben. Diese würde es den Ärzten ermöglichen, zwei Verwaltungsmandate zu besetzen, was sich auf die Wahl des Netzwerks hätte auswirken können. Dennoch glauben Dr. Samuel Ska und Dr. Norbert Poth, Vizepräsident bzw. Präsident des Ärzterats, dass die Ärzte die einzigen sind, die ihre Verpflichtungen erfüllt haben. Was das Referendum aller Ärzte betrifft, so war es für sie rein indikativ, denn der Ärzterat ist die gesetzliche Vertretung der Krankenhausärzte. Abschließend wies Dr. Ska darauf hin, dass sich die Leiter der Abteilungen Chirurgie, Anästhesie, Neurologie, Gynäkologie, Pädiatrie, Radiologie und kleinere Fachabteilungen für das CHC ausgesprochen haben.
André Léon Denis beabsichtigt nicht, darüber zu streiten, wer seine Verpflichtungen aus dem Rahmenvertrag erfüllt habe. In Bezug auf die Finanzvorschläge ist er der Ansicht, dass die vier Millionen Euro der „Kreditlinie“ von CHC eher eine Kautionssumme der Banken darstellen. Er sagte, dass der CHC „schreckliches Lobbying“ betreibe und dass die Angebote derzeit sehr ähnlich, aber immer noch unzureichend seien, und hoffe auf bessere Angebote bis Mittwoch, 20. November. Dann soll der Verwaltungsrat sich für ein Netzwerk entscheiden. Denn 2020 wird für die Klinik ein sehr schwieriges Jahr, in dem der Leistungsumfang zu gering bleiben wird, so „La Meuse“. (alno)

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