Am Rande des Treffens wurde außerdem ein „Meilenstein für die Schaffung eines Europäischen Hochschulraums gelegt“, wie es Mollers ausdrückte: Mit den Bildungsministern der Benelux-Länder und der baltischen Staaten (Estland, Litauen und Lettland) unterzeichnete er eine gemeinsame Absichtserklärung über die Automatisierung der gegenseitigen Anerkennung von Hochschuldiplomen.
Minister wollen neue Impulse für die Schaffung eines Europäischen Hochschulraumes schaffen.
Bereits 2015 beschlossen die Benelux-Bildungsminister die Einführung der automatischen gegenseitigen Niveauanerkennung von Bachelor- und Masterabschlüssen und nahmen 2018 auch die „associate degrees“ und Doktortitel in dieses System mit auf. Für die Benelux-Länder ist diese Anerkennung ein wichtiges Ergebnis des Bologna-Prozesses. Im Jahr 2018 unterzeichneten die baltischen Staaten untereinander ebenfalls ein Abkommen über die automatische Niveauanerkennung. Durch die Unterzeichnung der politischen Absichtserklärung wollen die Minister eine Brücke zwischen den beiden bereits vorhandenen regionalen Kooperationen schlagen, um der Schaffung eines Europäischen Hochschulraumes neue Impulse zu verleihen.
Die Benelux-Länder und die baltischen Staaten nehmen dadurch eine Vorreiterrolle in der EU ein. „Die Erklärung spiegelt das Vertrauen wider, das die Benelux-Staaten und die baltischen Staaten in die jeweiligen Systeme und Qualitätskontrollmechanismen haben“, erklärte Mollers gegenüber dem GrenzEcho. Sie bereiten derzeit einen multilateralen Vertrag vor, der auch anderen Ländern oder Regionen die Möglichkeit bieten soll, diesem zu einem späteren Zeitpunkt beizutreten.
Die automatische Anerkennung des akademischen Grades bedeutet, dass jeder, der einen Hochschulabschluss erworben hat, sicher sein kann, dass der akademische Grad dieses Abschlusses im Partnerland ohne ein besonderes Verfahren automatisch anerkannt wird. Diese Maßnahme soll die Mobilität fördern, indem sie dazu ermutigt, in einem der anderen Länder zu studieren und zu arbeiten. „Studieren oder arbeiten im Ausland ist für uns Ostbelgier völlig normal und oft sogar unvermeidbar. Die automatische Niveaugleichstellung bietet Studenten, Bildungseinrichtungen, der Privatwirtschaft und Behörden wichtige Vorteile wie Zeit- und Kostenersparnis, Rechtssicherheit und reduzierten Verwaltungsaufwand“, so Minister Mollers. „Ich freue mich daher, für die DG ein solches Abkommen unterzeichnen zu können und hoffe, dass sich in naher Zukunft weitere Länder anschließen werden.“ (red/mv)

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