Am Sonntag hat Recupel, die Organisation, die in hierzulande für die Sammlung und Verarbeitung von ausrangierten elektronischen Geräten zuständig ist, in der Hauptstadt eine Kampagne für alte Mobiltelefone lanciert. Das Lustige daran: Unter der Leitung des flämischen Komikers Bert Kruismans wurde die Aktion als Bestattungszeremonie in Anwesenheit eines Gospelchores aufgezogen. Rund 80 Personen nutzten die Gelegenheit, um sich von ihren alten Telefonen zu verabschieden und ihnen ein paar letzte Worte zu widmen.
Es wird geschätzt, dass in Belgien mehr als 3,2 Millionen unbenutzte Mobiltelefone in Schränken herumliegen. Aber nur acht Prozent davon recycelt werden. Recupel ist der Meinung, dass dieser Prozentsatz zu niedrig ist. „Ein Mobiltelefon ist voll von wertvollen Materialien, die für neue Mobiltelefone oder andere Geräte verwendet werden können. Je mehr Geräte wir sammeln, desto mehr Rohstoffe können wir wiederverwenden. Das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesellschaft von Vorteil. Man denke nur an Länder wie den Kongo, wo Kobalt – das in der Batterie eines Mobiltelefons vorhanden ist – unter oft unmenschlichen Bedingungen abgebaut wird“, sagt Saar Bentein, Sprecherin von Recupel.
Einer der Hauptgründe, warum man das Handy nicht entsorgt, sei laut Recupel der sentimentale Wert. „Ein Smartphone ist voll von Erinnerungen und Fotos. Vor allem junge Menschen sehen Smartphones als unverzichtbaren Bestandteil ihres gesellschaftlichen Lebens und haben Probleme, sich von ihnen zu trennen.“
Was wäre denn, wenn man den sentimentalen Handybesitzern einen Anreiz bietet? „Sicherlich würden viele ihr altes Handy abgeben, wenn es eine finanzielle Entschädigung dafür gäbe. Das würde jedoch nicht mit der Arbeitsweise von Recupel übereinstimmen“, sagt Bentein. (alno/belga)


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