Bestechungsgelder beim Bau der belgischen Botschaft in Kinshasa, Geldwäsche mithilfe von Briefkastenfirmen oder Kontakte zu Waffenhändlern – das sind nur drei der Dinge, die Didier Reynders von einem ehemaligen Bediensteten der Staatssicherheit vorgeworfen werden. Für die Staatsanwaltschaft aber immerhin Grund genug, ein Untersuchungsverfahren einzuleiten.
Was am Ende des Tages hinter den Anschuldigungen steht, lässt sich momentan noch nicht absehen – auch weil die Ermittler sich in Bezug auf Untersuchungsdetails in Schweigen hüllen. Das gilt übrigens auch für Didier Reynders selbst. „Ich weiß nichts darüber. Ich bin auf überhaupt nicht auf dem Laufenden, was eine Untersuchung angeht“, äußerte sich der Vizepremier kurz und knapp auf Nachfrage der Nachrichtenagentur belga.
Didier Reynders hat mittlerweile seinen Anwalt angeordnet, seine Rechte „zu verteidigen“ und die abgedruckten Behauptungen entschieden zurückzuweisen. Zuvor hatte der Sprecher des MR-Politikers, John Hendrickx, noch bekannt gegeben, dass „alles“ nur erfunden sei. Es gebe einfach einen „bösartigen Mann“, der immer wieder versuche, extremen Schaden anzurichten, so Hendrickx.
Die ganze Geschichte kommt für Didier Reynders äußerst unpassend. Denn der 61-jährige Lütticher wurde erst Anfang der Woche für die nächste EU-Kommission nominiert, wo er sich künftig für die Justiz und Rechtsstaatlichkeit verantworten soll. (belga/calü)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren