Arbeitende Häftlinge verdienen künftig mehr

<p>Häftlinge in Belgien werden ab 2020 einen höheren Mindestlohn erhalten.</p>
Häftlinge in Belgien werden ab 2020 einen höheren Mindestlohn erhalten. | Foto: dpa

In Belgien leisten Häftlinge insgesamt rund sechs Millionen Arbeitsstunden im Jahr. Sie sind hauptsächlich in handwerklichen Bereichen wie in der Süßwarenherstellung, Buchbinderei, Verpackungsindustrie, Metallurgie, Tischlerei oder Käseherstellung tätig.

Aber der Rechnungshof kritisiert die Organisation der Gefängnisarbeit. Die durchschnittlichen Gehälter, die für gleiche Jobs gezahlt werden, variieren stark zwischen den verschiedenen Arbeitsplätzen, manchmal aber auch innerhalb derselben Strafanstalt. Das kann zu Diskriminierung führen.

Der Rechnungshof hinterfragt auch die Tatsache, dass die Gehälter der Gefangenen seit 15 Jahren nicht mehr indexiert wurden.

Justizminister Koen Geens (CD&V) hat nun entschieden, dass arbeitende Häftlinge ab dem 1. Januar 2020 zwischen mindestens 0,75 Euro und höchstens vier Euro pro Stunde verdienen werden. Der Königliche Erlass wurde bereits veröffentlicht.

Die derzeitigen Gehälter liegen bereits über den 2004 festgelegten Mindestbeträgen von 0,62 und 0,69 Euro pro Stunde. Auch für „qualifiziertes Personal“ ist übrigens ein Mindestlohn von 0,79 Euro pro Stunde vorgesehen. (belga)

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