Fast hundert Flieger hoben dennoch ab - die Reisenden mussten jedoch auf ihr Gepäck verzichten. Mindestens 6.000 Koffer blieben am Airport zurück. Sie wurden schnellstmöglich nachgeliefert. Vorrang hatten Flüge, die nicht täglich abfliegen. Passagiere, die nach Kuba, Mexiko oder Kanada reisten, sollten ihr Gepäck zuerst erhalten. Alsdann folgten die täglichen Abflüge. Am Sonntag lief wieder alles normal.
Verursacht wurde die Panne durch einen Riemen, der sich von einem Koffer gelöst und das Förderband blockiert hatte. Auch als die Anlage wieder normal lief, war der Gepäckstau schuld an weiteren Verzögerungen. Der Flughafen entschuldigte sich bei den Fluggästen auf seiner Webseite für die Unannehmlichkeiten. Man bedaure die Situation zutiefst. Die von dem technischen Defekt betroffenen Passagiere erhalten vom Flughafenbetreiber einen Gutschein im Werte von 50 Euro, den sie am Airport selbst ausgeben können.
Bereits in den vergangenen Wochen hatte es mehrmals ähnliche Probleme am Brüsseler Flughafen gegeben. Mitte Juli hatte eine Computerpanne für Chaos bei der Gepäckabfertigung gesorgt, Ende Juni waren wegen eines technischen Problems 1.400 Koffer nicht in die Flugzeuge verfrachtet worden. Im Oktober vergangenen Jahres hatte ein tagelanger Streik beim Gepäckabfertiger Aviapartner die Absage von Hunderten Flüge zur Folge gehabt.
Die Panne am Samstag hatte erhebliche Auswirkungen auf die Fluggesellschaft Brussels Airlines, die die meisten Flüge ab Zaventem durchführt. Deren Kurz- und Mittelstreckenflüge starteten ohne Gepäck an Bord. Langstreckenflüge konnten nur einen Teil davon übernehmen, sagte Airline-Sprecherin Wencke Lemmes.
Brussels Airlines konnte keine Angaben über die Anzahl der betroffenen Passagiere machen, stellte aber sicher, dass das Unternehmen sein Bestes tut, um das in Brüssel blockierte Gepäck nachzuliefern. Die Passagiere wurden per SMS und E-Mail über den Status ihres Koffers informiert. „Wir entschuldigen uns bei unseren Kunden für die Unannehmlichkeiten und hoffen, dass sie Verständnis dafür aufbringen. Dies ist ein Fall von höherer Gewalt, das Problem kommt vom Flughafen", sagte Lemmes. Das bedeutet gleichzeitig, dass die Passagiere der Fluggesellschaft kein Anrecht auf eine Entschädigung haben.
TUI-Flüge konnten mit dem Gepäck aller Passagiere starten. Der Reiseveranstalter verfügt über eine Lizenz, die es ihm erlaubt, eigenes Bodenpersonal für die Gepäckbeförderung zu nutzen. 15 zusätzliche Mitarbeiter wurden eingesetzt, um das Gepäck zu sortieren und zu verladen. Insgesamt 25 Personen kümmerten sich um das Gepäck. Für den Fall, dass doch Gepäck zurückblieb, können TUI-Passagiere mit einer Entschädigung von 60 Euro pro Tag rechnen. (gz/belga).

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