8. Mai 2019: Am ersten Jahrestag des US-Ausstiegs kündigt der Iran an, auch nicht mehr alle Regeln des Atomabkommens einzuhalten. Die Partner bekommen eine Frist von 60 Tagen, um insbesondere Geschäfte im von den USA sanktionierten Öl- und Bankensektor aufzunehmen - sonst will das Land wieder in die Uran-Anreicherung einsteigen.
12. Mai: Die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) melden Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe. Der Verdacht richtet sich gegen den Iran. Unter anderem soll der unter norwegischer Flagge fahrende Öltanker „Andrea Victory“ von einem „unbekannten Objekt“ auf Höhe der Wasserlinie getroffen worden sein. Der Iran fordert eine Untersuchung der angeblichen Sabotageversuche.
14. Mai: Mit Sprengstoff beladene Drohnen greifen eine der wichtigsten Ölpipelines des US-Verbündeten Saudi-Arabien an. Riad vermutet hinter der Attacke jemenitische Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden.
24. Mai: Die USA verstärken ihre Truppen im Nahen Osten wegen der „anhaltenden Bedrohung“ durch iranische Kräfte um 1500 Soldaten. Schon Anfang des Monats wurden der Flugzeugträger „USS Abraham Lincoln“ und eine Fernbomberstaffel in Richtung Iran verlegt.
13. Juni: Zwei Tanker werden bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt. Die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei gerät nach Explosionen in Brand. Auch der japanische Betreiber der „Kokuka Courageous“, ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, berichtet von zwei Detonationen. Diese sollen nach US-Angaben von iranischen Haftminen ausgelöst worden sein. Neben den USA macht auch Großbritannien den Iran verantwortlich. Teheran weist das zurück.
17. Juni: Das Pentagon kündigt die Entsendung weiterer 1000 Soldaten in den Nahen Osten an, um US-Truppen und Interessen zu schützen.
20. Juni: Mit dem Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch den Iran eskaliert der Konflikt mit Washington. US-Präsident Donald Trump spricht von einem „sehr schweren Fehler“ Teherans. Einen Militärschlag will er wegen der befürchteten Todesopfer erst in letzter Minute gestoppt haben. Ob die Drohne iranischen Luftraum verletzt hatte, bleibt umstritten.
24. Juni: Die US-Regierung verhängt weitere Sanktionen - diesmal gegen den obersten Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, und Offiziere der Revolutionsgarden. Seit April 2019 stuft die US-Regierung die Garden als ausländische Terrororganisation ein.
4. Juli: Im britischen Gibraltar wird der unter der Flagge Panamas fahrende Supertanker „Grace 1“ mit Öl aus dem Iran an die Kette gelegt. Der Vorwurf: von der EU untersagte Lieferungen an Syrien. Teheran spricht von „Piraterie“ und droht Konsequenzen an. Das Schiff soll zunächst bis zum 21. Juli festgehalten werden.
7. Juli: Die 60-Tage-Frist vom 8. Mai ist um, der Iran macht ernst: „Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht“, lässt die Regierung mitteilen. Der Iran will die Urananreicherung je nach technischem Bedarf schrittweise auf 5 bis 20 Prozent erhöhen.
10. Juli: Angaben aus London zufolge versuchen drei iranische Boote in der Straße von Hormus, den Öltanker „British Heritage“ an der Durchfahrt zu hindern. Eine Fregatte der Royal Navy habe die Boote jedoch zum Abdrehen gezwungen. Teheran bestreitet den Vorfall.
14. Juli: Der Iran setzt nach eigenen Angaben einen ausländischen Öltanker mit angeblich einer Million Liter geschmuggeltem Öl im Persischen Golf fest. Es soll sich um die „Riah“ handeln. Welcher Reederei das Schiff unter der Flagge Panamas gehört, bleibt unklar.
18. Juli: Angeblich vernichtet die „USS Boxer“ in der Straße von Hormus eine iranische Drohne, weil sie dem US-Kriegsschiff bedrohlich nahe gekommen sei. Teheran widerspricht und mutmaßt, die Amerikaner hätten aus Versehen eine eigene Drohne abgeschossen.
19. Juli: In Gibraltar wird entschieden, den Tanker mit iranischem Öl einen Monat länger festzuhalten, bis zum 21. August. Kurz darauf stoppt der Iran in der Straße von Hormus zwei britische Tanker. Während die unter liberianischer Flagge fahrende „Mesdar“ der Norbulk Shipping UK nach einer Befragung weiterfahren darf, wird der Öltanker „Stena Impero“ an die Kette gelegt. Teheran begründet dies mit Verstößen gegen die Seefahrtsregeln.
22. Juli: London will eine von europäischen Ländern angeführte Seeschutzmission auf den Weg bringen. Der Einsatz solle Schiffe schützen, die durch die für den internationalen Handel wichtige Meerenge von Hormus fahren, sagt Außenminister Jeremy Hunt.
29. Juli: Die neu formierte britische Regierung unter Premier Boris Johnson will nun auch die USA in die Mission einbinden. Den Vorschlag des iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, die jeweils festgesetzten Tanker auszutauschen, lehnt London ab.
30. Juli: Die USA haben Belgien, Deutschland und andere Verbündete zur Teilnahme an einem Militäreinsatz in der Region aufgefordert, wie bekannt wird. Das Auswärtige Amt stellt jedoch klar, dass ein deutscher Beitrag nicht zu erwarten sei. In Belgien wird der Antrag noch geprüft. Am Ende wird das Parlament entscheiden müssen.
(dpa/mv)

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