Veranstalter dieses Orgelsommers ist seit 1998 die Konzertgesellschaft „Musica Viva“ in der Person des Eupener Musikers Hans-Georg Reinertz. Bei dem Zyklus, der am nächsten Mittwoch in der Klosterkapelle St.Vith beginnt und Mitte September im Kammermusiksaal der Eupener Musikakademie endet, stehen sechs interessante Instrumente der ostbelgischen Orgellandschaft im Mittelpunkt.
Hans-Georg Reinertz erinnert sich an die Ursprünge des Orgelsommers: „Ende der 1990-er Jahre gab es in Ostbelgien viele Projekte zur Renovierung oder Erneuerung von Kirchenorgeln. Im Rahmen dieses Booms entstand die Idee, diese teilweise historisch und musikalisch wertvollen Instrumente bei einer Veranstaltungsreihe zur Geltung zu bringen.“ Beim Orgelsommer hat man im Laufe der Jahre immer variiert: Es wurden stets andere Orgeln ausgesucht, unterschiedliche Interpreten eingeladen, und auch beim Programm hat man versucht, Vielfalt zu gewährleisten – etwa durch die Hinzunahme anderer Instrumente.
Auftakt am Mittwoch in St.Vith mit italienischen Komponisten
Dieses Jahr wird beim Auftaktkonzert des Zyklus am Mittwoch, 10. Juli, um 20 Uhr auf der kleinen Orgel der Klosterkapelle in St. Vith musiziert. Auf dem Programm stehen Orgel- und Instrumentalwerke italienischer Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Konzert wird durch die Dozenten der Musikfreizeit der Konzertgesellschaft Musica Viva gestaltet, die in der zweiten Juliwoche in der nahegelegenen Bischöflichen Schule stattfindet: Delphine Dewald (Querflöte), Yvonne Schabarum (Oboe), Payambé Reyes (Violine), Jasmine Jardon (Violoncello), Cécile Straet (Gitarre) und Hans-Georg Reinertz (Orgel) präsentieren Werke, die die aparte Kleinorgel der Klosterkapelle in verschiedenen Funktionen zum Einsatz bringt: als Begleitinstrument im größeren Ensemble in Sonaten von Scarlatti, konzertierend mit Oboe und alternierend mit Gitarre in Werken von Frescobaldi, als Basso-Continuo-Instrument in Solosonaten für Flöte bzw. Cello von Sammartini und Marcello, und schließlich solistisch in Werken von Rossi und Scarlatti. Mit einem Minuetto aus dem Terzetto für Violine, Cello und Gitarre wird auch der berühmte italienische Geiger Paganini vertreten sein in diesem abwechslungsreichen italienischen Musikprogramm von einstündiger Dauer.
Danach geht es beim Orgelsommer weiter mit einem Solo-Konzert von Fabienne Crutzen aus Herbesthal auf der Orgel der Ketteniser Pfarrkirche am Sonntag, 25. August, um 17 Uhr. Ebenfalls als Solist tritt Eric Mairlot aus Lüttich am Sonntag, 11. August, um 17 Uhr an der Orgel der Pfarrkirche Amel auf.
Beim vierten Konzert des Orgelsommers am Sonntag, 25. August, steht um 17 Uhr auf der kleinen Orgel der Pfarrkirche Büllingen mit ihren interessanten lateinisch-südländischen Klangfacetten Musik aus Spanien und Portugal an. Hans-Georg Reinertz an der Orgel und Fabienne Venien am Violoncello werden Improvisationen und Variationen zu Gehör bringen. Zupfinstrumente wie Mandoline (Maria Hüsgen) und Theorbe (Marlo Strauß) begleiten die Orgel (Christine Moraal) beim Konzert vom Sonntag, 1. September, um 17 Uhr in der Protestantischen Kirche Malmedy.
Den Abschluss der Reihe bildet am Sonntag, 15. September, um 17 Uhr das erste öffentliche Konzert auf der kleinen Orgel im Kammermusiksaal der Eupener Musikakademie. Dieses Instrument war zuletzt beim Eupener Orgelbaubetrieb Schumacher zwischengelagert und hat nach der Restaurierung der Villa Peters in der Eupener Unterstadt nun einen neuen, würdigen Standort in der Musikakademie gefunden. Bei diesem Konzert wird die Orgel im Zusammenspiel mit Cembalo, Harfe und Harmonium sowie mit Streichinstrumenten präsentiert.







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