Kinder und Erwachsene auf Spurensuche im Raerener Museum

<p>Beim Tag der Archäologie gab es auch Animationen für die kleinen Teilnehmer.</p>
Beim Tag der Archäologie gab es auch Animationen für die kleinen Teilnehmer. | Foto: Griseldis Cormann

Im Museum laufen Kinder die Treppen auf und ab. Sie suchen die Gegenstände, die auf ihren Fragebögen abgebildet sind. Sie sollen alle Angaben vom Datum über die Glasur bis hin zum Zweck des Objektes herausfinden. Zum Abschluss des Tages wurde dieses Wissen in die Rundführung, die die Museumspädagogin leitete, einbezogen.

„Ton ist selbst eine Erdschicht. Es musste zuerst gewonnen werden und dann von Dreck, Steinen und Luft befreit werden. Wenn ihr töpfern kommt, sagen wir auch noch, dass ihr den Ton zunächst gut kneten müsst, um die Luft herauszuholen“, so Barbara Bong. Dass man heute noch zahlreiche Scherben in Raeren finden kann, konnte sie auch erklären: Denn erst im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde von Töpfermeistern herausgefunden, wie die Farben entstehen: Nämlich durch die Zufuhr von Sauerstoff entstand das Braune, ohne Sauerstoff wurde es grau und mit dem Hinzufügen des Kobaltminerals blau. So hing es vorher Glück und Erfahrung ab, ob ein Objekt so wurde wie man es sich vorstellte. Wenn es also einen sogenannten Fehlbrand gab, wurde dieser direkt in der Nähe des Ofens vernichtet.

Wie ein Gast aus Deutschland berichtete, wurden wohl nicht alle vernichtet, sondern teilweise mit Dreck zugeschüttet. Er konnte davon berichten, weil seine Lebensgefährtin einen Krug fand und kaufte, den sie schön fand, aber wo mit und mit der Dreck abfiel und unterschiedliche Farben hervortraten: „Heute habe ich verstanden, warum dies ein Fehlbrand war. Man wollte ausschließlich einfarbiges herstellen.“

Um 10 Uhr bereits war Tatjana Cormann vom Archäologischen Dienst der Deutschsprachigen Gemeinschaft mit den Teilnehmern auf das Grabungsfeld hinter dem Parkplatz gegangen. Dort erklärte sie, wie eine Ausgrabung funktioniert. Dabei sei das Abstecken sehr wichtig. Genauso wie das vorsichtige Abtragen jeder einzelnen Bodenschicht. Das war für Sami (9), der von seinem Freund Meris eingeladen worden war, ein ganz neues Wissen: „Vorher habe ich immer gedacht, dass man mit einer Schaufel so lange gräbt bis man auf etwas Hartes stößt und es dann sauber pinselt“, erklärte der neugierige Junge. Nach der Ausgrabung und dem Fotografieren ist die Arbeit aber noch nicht getan. Im Atelier wurde erklärt, dass jedes Objekt auch nochmal in drei Dimensionen (3D) gezeichnet wird und wie man herausfindet, aus welcher Zeit und aus welchem Jahr das Gefundene denn stammen könnte.

Den Teilnehmern hat der Tag rundum die Archäologie gefallen, sie hatten viel Spaß. Museumspädagogin Barbara Bong schlussfolgert: „Wir haben alles auf Sonntag verlegt, sonst hätten wir an zwei Tagen zwei ganz kleine Gruppen gehabt. Heute musste ich darauf achten, die Anschaulichkeit für Kinder und Erwachsene zu wahren. Letztendlich konnten alle von den Fragen der jeweils anderen profitieren.“

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