Opel wird mit Corsa elektrisch

<p>Kleiner Stromer: Mit der neuen sechsten Corsa-Generation rollt der Kleinwagen auch als E-Auto zu den Kunden.</p>
Kleiner Stromer: Mit der neuen sechsten Corsa-Generation rollt der Kleinwagen auch als E-Auto zu den Kunden. | Foto: Axel Wierdemann/Opel Automobile GmbH/dpa-tmn

Opel stellt die inzwischen sechste Generation des Corsa vor und damit auch das Ergebnis der eigenen Entwicklung hin zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Mit dem Corsa wird Opel in der Tat eine rein elektrisch betriebene Variante auf den Markt bringen. Deren Leistung wird 100 kw oder 136 PS betragen. Als wichtigste Aussage des Herstellers gilt dabei wohl, dass die Reichweite des Corsa-e bis zu 330 Kilometer betragen soll.

Die Reichweite hängt stark vom Fahrverhalten ab und davon, wieviel elektrisch betriebene Geräte gleichzeitig im Auto zugeschaltet sind.

Damit würde der Corsa augenblicklich die meisten seiner Konkurrenten deutlich übertreffen. Der in Kürze schon bestellbare Corsa-e wird jedoch mit denselben Nöten auskommen müssen wie die anderen Elektroautos: Die Reichweite hängt stark vom Fahrverhalten ab und davon, wieviel elektrisch betriebene Geräte gleichzeitig im Auto zugeschaltet sind. Die angegebene Reichweite ist vorläufig, heißt es bei Opel selbst. Sie wurde von Testfahrten bestimmt.

Opel hat mit dem Corsa jedenfalls die populärste Baureihe der Marke gewählt, um die Elektromobilität endgültig aus ihrem Nischendasein zu befreien. Die Marke eilt dem „Familienvorstand“ Peugeot voraus. Das Modell Corsa ist für Opel ein absoluter Bestseller. Über 13,6 Millionen Kleinwagen sind seit der Premiere 1982 schon vom Band gelaufen. Der Corsa habe Millionen Menschen mobil gemacht, stellt Opel mit Stolz fest. Jetzt biete er den Einstieg in das emissionsfreie Fahren. Mit der myOpel-App lässt sich von überall der Ladestatus kontrollieren, sodass der Reisende stets Ladezeit und -Kosten überwachen kann. Darüber hinaus kann der Fahrer wesentlich Einfluss auf die Reichweite nehmen. Er hat die Wahl zwischen den drei angebotenen Fahrstufen Normal, Eco und Sport.

Der Corsa-e sei als Fünfsitzer uneingeschränkt alltagstauglich.Innerhalb von 30 Minuten könne per Schnellladung die Batterie bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen werden. Egal ob Kabellösung für die Haushaltssteckdose, Wallbox zu Hause oder Schnellverfahren, der Corsa sei auf alle Ladeoptionen vorbereitet. Opel glaubt jedenfalls fest an die Tauglichkeit der E-Mobilität und gewährt für die Batterie eine Achtjahresgarantie.

Opel will bis zum Jahr 2024 jedes Modell auch in einer Elektroversion anbieten, im kommenden Jahr sollen es bereits vier sein. Der Hersteller wird aber auch weiterhin Fahrzeuge mit Diesel- und Benzin-Motoren im Angebot haben, die vom selben Band laufen wie die Elektromodelle.

Die Umweltvorgaben der Europäischen Union würden damit eingehalten, erklärt das Unternehmen. „Letztlich entscheidet der Kunde, welchen Antrieb er haben möchte“, sagte Lohscheller. Opel wird jedenfalls die Kunden nicht ausschließlich mit der Elektrotechnik versorgen. Wohl mit einem Seitenhieb auf VW, das bald den Elektro-Golf präsentiert, spricht Opel beim Blick auf den Corsa-e gern vom „Volkselektroauto“. Opel hat in seiner Geschichte mehrfach schon die Stromversorgung der Antriebe propagiert. Zuletzt geschah dies noch mit dem Ampera. Aus welchen Gründen auch immer, dieses Auto wurde nicht weiter entwickelt. Das geschah wohl aus Rücksicht auf die vom Chevrolet in den USA geförderte Elektrotechnik

Zum Jahresende arbeiteten noch gut 16.500 Menschen an den deutschen Opel-Standorten. Das Rüsselsheimer Werk mit noch rund 2.600 Mitarbeitern ist derzeit nur schwach ausgelastet, was sich Insidern zufolge im Sommer mit dem Produktionsschluss des Modells Zafira noch verschärfen wird. Die Arbeitnehmer sind bis Juni 2023 vor Entlassungen geschützt. Welches Auto neben dem Mittelklassewagen Insignia noch im Stammwerk gebaut werden soll, ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen mit den Arbeitnehmern. PSA will dem Vernehmen nach niedrigere Produktionskosten durchsetzen, wenn dort der Kompaktwagen Astra platziert würde. Dieses Auto stand in der Vergangenheit stets für hohe Stückzahlen. Ein Unternehmenssprecher wollte zum Stand der Verhandlungen keinen Kommentar abgeben. Im thüringischen Eisenach mit seinen 1.400 Mitarbeitern startet die Produktion des Geländewagens Grandland X am 28. August. (hw/dpa)

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