ZAWM Eupen lud im Rahmen des Interreg-Projekts „Garage 4.0“ ostbelgischen Kfz-Betriebe ein

Bei dem vom ZAWM Eupen im Rahmen des Interreg-Projekts „Garage 4.0“ organisierteren Impulvortrags informierten sich ostbelgische Unternehmen über die die Folgen der Digitalisierung im Kfz-Betrieb.
Bei dem vom ZAWM Eupen im Rahmen des Interreg-Projekts „Garage 4.0“ organisierteren Impulvortrags informierten sich ostbelgische Unternehmen über die die Folgen der Digitalisierung im Kfz-Betrieb. | Foto: privat

Eupen

Am Donnerstag, 9. Mai, hatte das ZAWM Eupen im Rahmen des Interreg-Projekts „Garage 4.0“ die ostbelgischen Kfz-Betriebe zu einem Impulsvortrag über die Zukunft des Kfz-Betriebs eingeladen. Auf Einladung des ZAWM referierte der Geschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Dr. Neofitos Arathymos vor 50 Teilnehmern über die Veränderungen, welche die Digitalisierung für die Kfz-Branche mit sich bringt.

Auf anschauliche Weise zeigte Dr. Arathymos, wie das Smartphone in den letzten Jahren unsere Kommunikation und unser Verhalten im Umgang mit Medien massiv verändert hat. In diesem Zusammenhang hob er hervor, dass einem Großteil der Nutzer personenbezogener Datenschutz vollkommen egal ist, sofern der Mehrwert der mobilen Dienstleistung überwiegt.

Dr. Arathymos wollte von den Anwesenden wissen, was E.T. und ein BMW 5er GT gemeinsam haben. Die Antwort lautet: Beide können nach Hause telefonieren. Bei den heutigen Fahrzeugen kommen Technologien zum Einsatz, die es den Fahrzeugherstellern erlauben, möglichst viele Daten vom Fahrzeug über die tägliche Nutzung zu sammeln. Dieser Trend, so Dr. Arathymos, wird sich in Zukunft weiter fortsetzen.

Der Fahrzeughersteller ist mittlerweile nicht nur der Einzige mit einem privilegierten Online-Zugang zu allen Daten des Fahrzeuges, sondern hat sogar einem privilegierten Online-Zugang zum Kunden. Dies führt zur Verlagerung der Kundenbeziehungen und damit auch einer Reduzierung der Kundenbindung an die Kfz-Betriebe. Die folgenden Veränderungen – initiiert durch den jeweiligen Fahrzeughersteller – werden in naher Zukunft die gesamte Automobilwirtschaft beeinflussen.

Antriebskonzepte, z. B. Elektromobilität, automatisiertes Fahren, Eigentum eines Kraftfahrzeugs (Vertrieb) und Service. In diesem Zusammenhang muss man sich vor Augen halten, dass die Kfz-Betriebe lediglich das Produkt verkaufen und warten und keinerlei Einfluss auf die Entwicklung oder Veränderungen der Fahrzeuge haben und somit dem Fahrzeughersteller komplett ausgeliefert sind.

Laut einer von Dr. Arathymos zitierten Studie sollen im Jahr 2030 bereits über 50 Prozent aller Wartungs- und Reparaturaufträge keinen mechanischen Anteil mehr aufweisen – dies bedeutet, es handelt sich um Fehlersuchen oder Updates an der Fahrzeugelektronik. Und diese lassen sich sehr leicht über Datenfunk durch den Hersteller selbst ausführen.

Da gleichzeitig die Anzahl der Serviceaufträge in Europa von aktuellen 360 Millionen im Jahr auf nur noch schätzungsweise 277 Millionen sinken soll, ergibt sich hier eine existenzielle Bedrohung für viele Kfz-Betriebe.

Wie geht es nun weiter? Das Interreg-Projekt „Garage 4.0“ hat als projektspezifisches Ziel, „den Fortbestand der Unternehmen, Arbeits- und Ausbildungsplätze im Kfz-Gewerbe (KMU) zu sichern“. Dazu werden bei allen Projektpartnern mit Unterstützung des europäischen Projekts „Garage 4.0“ in der Euregio „Lernende Netzwerke“ angeboten.

In lernenden Netzwerken arbeiten acht bis zehn Unternehmer zusammen, um durch Erfahrungsaustausch voneinander zu lernen. Nach dem Motto „Denn nur gemeinsam sind wir stark“ sollen die Unternehmer somit einen Nutzen für ihr Unternehmen erzielen.

Die Teilnehmer der lernenden Netzwerke werden ab September 2019 zusammenkommen und während fünf Abenden an einem gemeinsamen Thema arbeiten. Für die teilnehmenden Betriebe entstehen so eine Win-win-Situation und damit auch eine größere Wettbewerbsfähigkeit.

Die Ergebnisse der lernenden Netzwerke aus den verschiedenen Regionen werden über die Fachverbände an deren Mitglieder zurückgegeben und fließen somit in die Ausbildung der zukünftigen Kfz-Unternehmer ein.

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