Wenige Stunden zuvor hatte er mit der Ankündigung, das Energiegeschäft an die Börse zu bringen, weiter Hand angelegt an die DNA des einstigen Mischkonzerns, zu dem vor vielen Jahren auch mal Telefone und Haushaltsgeräte gehörten. Schlanker, flexibler und auch kleiner soll Siemens werden, um auf Herausforderungen der Digitalisierung und Globalisierung besser reagieren zu können. Die Abspaltung von „Gas und Power“, wozu vor allem die schwächelnde Kraftwerksparte gehört, bezeichnete Kaeser als „historisch“ und als einen für ihn „verdammt emotionalen Prozess“. „Diese Dinge kann man sicherlich als Sentimentalitäten verkaufen, und wenn man es mit Sozialromantik verwechselt, tut man sich einen Bärendienst.“ Siemens will die Sparte in ein neu zu gründendes Energieunternehmen auslagern. Dorthin sollen bis 2020 rund ein Drittel des derzeitigen Gesamtumsatzes und rund 80.000 Beschäftigte übertragen werden. Das neue Unternehmen soll auch die 59 Prozent Anteile an Siemens Gamesa übernehmen, die der Konzern bislang selbst gehalten hatte. Siemens bündelt also das Geschäft mit konventionellen sowie erneuerbaren Energien, für das Gamesa zuständig ist, unter einem Dach. Damit treibt Siemens seine Ausrichtung auf digitale Technologien voran. Unter dem Titel „Vision 2020+“ hatte Kaeser diesen Prozess im August 2018 eingeleitet. (dpa)
Siemens geht weiter an eigene DNA
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