Der Brite ist schon ganz aufgeregt. „Noch“ sei es „zwischen uns allen richtig eng“, sagte der Mercedes-Star vor dem Großen Preis von Aserbaidschan: „Ich habe keine Ahnung, wie die kommenden Rennen verlaufen werden, aber ich bin unheimlich gespannt darauf, es herauszufinden.“
Nun ist es aber auch kein Wunder, dass Hamilton mit einer ordentlichen Portion Vorfreude nach Baku reist. Schließlich läuft der Silberpfeil des 34-Jährigen wieder einmal wie geschmiert, während der Ferrari seines Rivalen Sebastian Vettel (Deutschland, 31 Punkte zurück) eine rote Diva ist und der Honda-Motor im Heck des Red Bull von Max Verstappen (Niederlande, 29 Punkte zurück) schlicht zu wenig Power hat.
Hamilton sieht Ferrari auf Augenhöhe.
Und so führt Lewis Hamilton die Fahrerwertung nach seinem Sieg zuletzt in China schon wieder an, was den Engländer selber ein bisschen überrascht. „Ferrari hat ein gutes Auto, sie holen einfach noch nicht alles aus ihm raus“, sagte der fünfmalige Weltmeister der Sport Bild und will die Scuderia deshalb auch noch lange nicht abschreiben: „Die Schlacht bleibt intensiv. Ferrari ist auf Augenhöhe. Vielleicht liegen einige der kommenden Strecken ihnen mehr, wer weiß.“
Das Entwicklungsrennen ist jedenfalls voll entbrannt. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto kündigte „einige Updates“ für den Kurs am Kaspischen Meer an, der den Ingenieuren wegen der Highspeed-Passagen und langsamen Kurven so viel Kopfzerbrechen bereitet. Dass die Scuderia einen ordentlichen Fehlstart in die Saison hingelegt hat, lässt den 49-Jährigen nicht in Panik verfallen. „Wichtig“ sei es vor allem, „das Fahrzeug ständig weiterzuentwickeln. Es kommen ja noch 18 Rennen.“
Vettels ärgster Konkurrent sitzt in einem Ferrari.
Und welcher Rennstall seinen Wagen während der Saison am besten weiterentwickelt, holt am Ende auch den Titel, meint Binotto. Aber gerade dies war zuletzt die Spezialität von Mercedes. Im Vorjahr lag Hamilton nach dem Rennen in China neun Punkte hinter Vettel - und holte am Ende dennoch völlig souverän seinen fünften Titel.
Bisher kämpfte Vettel in dieser Saison vor allem gegen seinen aufmüpfigen neuen Teamkollegen Charles Leclerc - nicht so sehr gegen Hamilton. Eine Konstellation, die Mercedes nur zu gerne annimmt. „Wir konnten unsere Möglichkeiten optimal ausschöpfen, obwohl wir nicht immer das schnellste Auto hatten“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff, der sich über drei Doppelsiege in drei Rennen freuen konnte: „Aber wir wissen, dass wir weiterhin alles geben müssen.“
Der Österreicher weiß auch, dass Lewis Hamilton „zweifelsohne darauf aus sein“ wird, „seinen Sieg aus dem Vorjahr zu wiederholen“. Doch trotz aller Vorfreude möge sein Vorzeigefahrer bitte nicht allzu viel Risiko eingehen, schließlich sei der Stadtkurs in Baku immer für Chaos und Safety-Car-Phasen gut. Das haben ersten beiden Ausgaben des Grand-Prix bereits gezeigt. „Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, kommt es auch darauf an, sich aus Schwierigkeiten herauszuhalten“, stellte Wolff fest. (sid)

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