Bocholt bewies einmal mehr, dass die Mannschaft in der Lage ist, sich in entscheidenden Momenten zu steigern. Herausragende Spielerpersönlichkeit in den Reihen des erfolgreichen Titelverteidigers war Bartosz Kedziora. Der Rückraumspieler, der in der 19. Minute aufs Feld kam, erzielte – gegen seine zukünftigen Mannschaftsgefährten – nicht nur sechs Treffer, sondern der 28-Jährige erwies sich vor allem als nur schwer zu bremsender Ideengeber und Regisseur. Sein drei Jahre älterer Bruder Damian Kedziora erzielte sieben Tore im Endspiel.
Die Zuschauer in der Lotto Arena erlebten eine temporeiche und spannende erste Halbzeit, in der sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte. Bester Spieler dieser ersten 30 Minuten war Visés Keeper Kevin Siraut, der der Hauptverantwortliche dafür war, dass die Schützlinge von Achilles-Trainer Bart Lenders ihrer Favoritenrolle nicht gerecht worden konnten. Mit 15 Paraden verhinderte der Schlussmann, dass Bocholt trotz guten Kombinationsspiels nur zwölf Mal traf. Im Angriff zeigte sich Visé unbeeindruckt von den Strapazen des Halbfinales mit seinen beiden Verlängerungen und fand trotz der Tatsache, dass auch Sirauts Gegenüber Clem Leroy einen guten Tag erwischt hatte, immer wieder den Weg ins Tor. Visés 13:12-Pausenführung war alles andere als unverdient.
Gleich nach dem Wiederanpfiff zog Bocholt in der Abwehr die Schrauben an, und ging in der 35. Minute zum zweiten Mal in Führung, 15:14. Nach 40 Minuten schien Visés Widerstand (21:17) gebrochen, doch die Mannschaft von Trainer Korneel Douven mobilisierte noch einmal alle Reserven und glich unter den Impulsen von Yves Vancosen noch einmal aus, 22:22 (46.).
Die Limburger hatten jedoch Blut geleckt und wussten nun, wie sie Visé unter die Verlierer schicken konnten. Nach 50 Minuten lag Bocholt wieder 26:23 vorne, und diesen Vorsprung gab es nicht mehr preis. Visé versuchte es mit sieben Feldspieler und später auch mit offener Manndeckung, doch am Endspielsieg des Titelverteidigers war nicht mehr zu rütteln.

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