An ihrem zweiten Verhandlungstag stand am Dienstag die prominente Journalistin Nilufar Hamedi vor einem Revolutionsgericht in der Hauptstadt Teheran, wie die Zeitung „Shargh“ unter Berufung auf ihren Ehemann berichtete. Die 30 Jahre alte Journalistin war vor rund zehn Monaten zu Beginn der Proteste festgenommen worden. Dem Bericht zufolge wird nach dem zweiten und letzten Prozesstag nun das Urteil erwartet.
Für Mittwoch ist die zweite Verhandlung von Hamedis Kollegin Elaheh Mohammadi geplant. Die beiden Frauen waren im vergangenen Herbst unter den ersten, die über den Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini berichteten, was dann im Iran eine massive Protestwelle ausgelöst hatte. Ihnen wird Zusammenarbeit mit Auslandsgeheimdiensten sowie Propaganda gegen den Staat vorgeworfen. Ihre Zeitungen weisen die Vorwürfe vehement zurück.
Die Prozesse finden hinter verschlossen Türen statt. Verhandelt wird das Verfahren vor einem berüchtigten Revolutionsgericht in Teheran, dessen Vorsitzender Richter Abolghassem Salawati für besonders harsche Urteile bekannt ist. Im Rahmen der jüngsten Protestwelle hat Salawati mehrere Todesurteile gegen Demonstranten gesprochen. (dpa/jod)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren