In den Bundesstaaten Borno, Adamawa und Yobe seien 4,3 Millionen Menschen in den kommenden Monaten vor der Ernte unmittelbar von Hunger bedroht. 700.000 Kinder unter fünf Jahren seien akut von lebensgefährlicher Unterernährung bedroht - doppelt so viele wie 2022 und viermal so viele wie 2021.
„Diese Krise ist in erster Linie das Ergebnis des jahrelangen Konflikts und der Unsicherheit, die viele Menschen weiterhin daran hindern, Landwirtschaft zu betreiben oder ein Einkommen zu erzielen“, sagte Schmale. Die Wirtschaftslage in Afrikas bevölkerungsreichstem Land verschärfe die Krise zusätzlich. Das UN-Nothilfeprogramm forderte die Weltgemeinschaft dazu auf, eingeplante Hilfsgelder auszuzahlen. Bislang seien nur 25 Prozent der beantragten 1,3 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) für humanitäre Hilfe für den Nordosten Nigerias finanziert.
Im Nordosten des Landes verüben seit über einem Jahrzehnt Dschihadisten wie die Terrormiliz Boko Haram Anschläge. Auch anderswo in Nigeria gibt es tödliche Konflikte. Dem einst führenden Ölproduzenten des Kontinents fehlt es an Treibstoff. Der Staat ist hoch verschuldet und leidet unter hoher Inflation. (dpa/jod)

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