Wagner-Aufstand: Söldner schon auf halbem Weg nach Moskau – Premier beruft Sicherheitsrat ein

<p>Auf dem Roten Platz sind Polizeibeamte im Einsatz. In Russland eskaliert der Konflikt zwischen der Söldnergruppe Wagner und der regulären Armee.</p>
Auf dem Roten Platz sind Polizeibeamte im Einsatz. In Russland eskaliert der Konflikt zwischen der Söldnergruppe Wagner und der regulären Armee. | Foto: Bai Xueqi/XinHua/dpa

„Den Einwohnern wird dringend geraten, ihre Häuser nicht zu verlassen und auf Fahrten mit Verkehrsmitteln zu verzichten“, schrieb der Gouverneur des Gebiets, Igor Artamonow, am Samstag auf seinem Telegram-Kanal. Die Lage sei aber unter Kontrolle. Lipezk befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen Rostow und Moskau - rund 400 Kilometer von der russischen Hauptstadt entfernt.

Im Gegensatz zur weiter südlich gelegenen Region Woronesch gab es keine Berichte über Kämpfe. Auf Videos waren aber in den Straßengraben gekippte Lastwagen zu sehen. Sie waren offenbar eilig als Straßensperre aufgebaut worden, um die Kolonne der Söldnereinheit Wagner aufzuhalten. Auf weiteren Videos war zu sehen, wie Straßen aufgerissen und tiefe Gräben ausgehoben werden. Auch dies sollte offenbar dazu dienen, die Söldner zu stoppen. Die Echtheit der Videos konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Der Machtkampf zwischen Söldnerchef Jewgeni Prigoschin und der russischen Führung war in der Nacht zum Samstag eskaliert.

Unterdessen hat Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) für Sonntag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates einberufen. Das kündigte er im Kurznachrichtendienst Twitter an. „Die Entwicklungen in Russland scheinen ernst und folgenreich für Europa zu sein“, schrieb De Croo. Der Premier wird am Samstagabend mit den Verteidigungs- und Außenministern sowie den Sicherheits- und Nachrichtendiensten zusammentreffen, und der Nationale Sicherheitsrat wird am Sonntag um 10 Uhr zusammentreten, um die Lage weiter zu beobachten.

Der Nationale Sicherheitsrat legt die wichtigsten Strategien der Geheim- und Sicherheitsdienste fest. Er besteht aus dem Premierminister, den stellvertretenden Premierministern und den Ministern für Justiz, Verteidigung, Inneres und Auswärtiges. Je nach Tagesordnung können auch Vertreter z. B. der Staatssicherheit, des Geheimdienstes, der Polizei oder der Justiz an den Sitzungen teilnehmen. (dpa/belga/sc)

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