Neuer Präsident Montenegros tritt Amt an

<p>Jakov Milatovic feierte im April seinen Wahlsieg.</p>
Jakov Milatovic feierte im April seinen Wahlsieg. | Foto: afp

Der von proserbischen Parteien unterstützte Politiker tritt damit die Nachfolge des gut drei Jahrzehnte lang herrschenden Milo Djukanovic an. Dieser hatte das Land 2006 in die Unabhängigkeit und 2017 in die Nato geführt. Ob Milatovic seine Macht auch in der Volksvertretung konsolidieren kann, hängt vom Abschneiden seiner neuen Partei „Europa Jetzt!“ bei der Parlamentswahl am 11. Juni ab.

In seiner Antrittsrede betonte Milatovic, dass er den Weg seines Landes in die EU vorantreiben wolle. Er versprach die seit langem vom Westen eingeforderten Justizreformen sowie Kampf gegen Korruption, die Djukanovic immer wieder vorgeworfen wurde. Es gelte, „interne Spaltungen“ zu überwinden, starke Institutionen und eine unparteiische Justiz zu schaffen, denn „Spaltungen werden künstlich herbeigeführt, oft mit der Absicht, die Auflösung gemeinsamer Güter und die Zunahme des persönlichen Reichtums zu verschleiern. Es ist Zeit, aus diesem Bus auszusteigen“, sagte Milatovic.

Zwar verlangen Milatovic' proserbische Unterstützer eine Vereinigung mit oder eine enge Bindung an Serbien. Jedoch geht Milatovic nicht in allen Punkten mit der Belgrader Politik konform: Anders als Serbien erkennt Montenegro die Unabhängigkeit des Kosovo an. Daran werde sich nichts ändern, hatte Milatovic im Vorfeld betont. Bei seinem Amtseid war auch seine kosovarische Amtskollegin Vjosa Osmani zu Gast, ebenso wie andere Staatschefs aus der Region. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic war ebenfalls in Podgorica dabei, nachdem er sein Kommen bis zum letzten Moment offen gelassen hatte. (dpa/calü)

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