Knapper Sieg im Kampf gegen die Uhr: Rad-Weltmeister Remco Evenepoel ist auf der neunten Etappe des Giro d'Italia zurück ins Rosa Trikot des Gesamtführenden geflogen. Der belgische Shootingstar vom Team Soudal-Quick Step entschied die nächste Regenschlacht bei der Italien-Rundfahrt gegen seinen Hauptkonkurrenten Primoz Roglic für sich und sicherte sich im Einzelzeitfahren denkbar knapp den Tagessieg, nachdem er tags zuvor etwas Zeit eingebüßt hatte. Evenepoel rollte am Sonntagnachmittag hochmotiviert von der Rampe. Bei der ersten Zwischenzeit lag der Vuelta-Sieger klar in Führung, musste seinem hohen Anfangstempo dann aber Tribut zollen. Am Ende rettete er einen Vorsprung von nur einer Sekunde auf den zweitplatzierten Briten Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) ins Ziel - Dritter wurde dessen Landsmann und Teamkollege Tao Geoghegan Hart mit zwei Sekunden Rückstand. „Ich habe zu schnell angefangen. Der zweite Teil war schlecht, aber ich habe meine Beine dann wieder gefunden“, sagte Evenepoel im Ziel: „Es ist nicht das beste Ergebnis, aber ein Etappensieg ist natürlich gut.“
Evenepoel, der das Rosa Trikot bereits in der Frühphase der Rundfahrt getragen hatte, überholte den bislang führenden Norweger Andreas Leknessund (Team DSM), der viel Zeit verlor. Zudem baute er seinen Vorsprung auf den Slowenen Roglic (Jumbo-Visma), der Tagessechster wurde, auf nun 47 Sekunden aus. Das zweite von drei Einzelzeitfahren der diesjährigen Italien-Rundfahrt war vom Profil her eindeutig das leichteste. Über 35 flache Kilometer rollten die 164 verbliebenen Fahrer durch die erneut völlig verregnete Adria-Region Emilia-Romagna. Am Vortag hatte Evenepoel erstmals Zeit auf seinen Kontrahenten Roglic eingebüßt. Gegen Ende der mittelschweren achten Etappe nach Fossombrone attackierte der Mitfavorit an einem knackigen Anstieg und fuhr unter anderem an der Seite des Ex-Tour-Siegers Thomas 14 Sekunden auf Evenepoel heraus. Der aus Raeren stammende Radprofi Laurenz Rex kam als 77. mit einem Rückstand von 4 Minuten und 7 Sekunden ins Ziel.
Am Montag steht ein Ruhetag auf dem Programm, ehe der dreiwöchige Giro in die knifflige zweite Woche startet. (sid/belga/sc)

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