Aachen steht an der Seite der Ukraine

<p>Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Bernd Vincken, Geschäftsführer der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, die städtische Protokollchefin Claudia Wellen-Spix sowie Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs (v. l.), stellten das Programm zur Karlspreisverleihung 2023 vor.</p>
Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender des Karlspreisdirektoriums, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Bernd Vincken, Geschäftsführer der Stiftung Internationaler Karlspreis zu Aachen, die städtische Protokollchefin Claudia Wellen-Spix sowie Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs (v. l.), stellten das Programm zur Karlspreisverleihung 2023 vor. | Foto: Andreas Herrmann

Bei der Verleihung des Karlspreises am 14. Mai in Aachen wollen der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der polnische Regierungschef Mateusz Morawiecki sprechen. Das teilt die Stadt Aachen mit.

Selenskyj und das ukrainische Volk erhalten den Karlspreis 2023 für ihre Verdienste um Europa. In der Begründung des Karlspreisdirektoriums hieß es, dass das ukrainische Volk unter Selenskyjs Führung nicht nur die Souveränität seines Landes und das Leben seiner Bürger verteidige, „sondern auch Europa und die europäischen Werte“. Mit der Verleihung werde unterstrichen, dass die Ukraine Teil Europas sei. Wie in den Jahren zuvor haben die Stadt Aachen und die Karlspreisstiftung im Vorfeld der Auszeichnung ein umfangreiches Rahmenprogramm zusammengestellt, das noch bis zum 14. Mai läuft.

Es umfasst rund 40 Veranstaltungen, Projekte und Auftritte aus unterschiedlichen Bereichen – zum Beispiel Ausstellungen, Konzerte und Filmvorführungen, Workshops, Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sowie Lesungen. Auch die immer größer werdende Gemeinschaft der Ukrainer in Aachen hat sich in die Konzeption dieses Programms mit eingebracht.

Die Veranstaltungen geben einen Einblick in die reiche ukrainische Geschichte und Kultur. Im Zentrum stehen dabei die Ziele, für die der Karlspreis seit über 70 Jahren steht: Frieden und Freiheit in einem einigen Europa, einem Europa der Menschenrechte, der Demokratie, der Gerechtigkeit und der Solidarität.

Ob Selenskyj persönlich beim Festakt anwesend sein könne, sei derzeit noch nicht abzusehen, erklärte die Stadt. Falls Selenskyj nicht persönlich teilnehmen kann, soll er per Video zugeschaltet werden. Mit Blick auf den Ablauf sagte der Vorsitzende des Karlspreisdirektoriums, Jürgen Linden, man werde sich nach den Sicherheitsvorkehrungen der Polizeibehörden richten. Anders als in vergangenen Jahren findet die Verleihung nicht am Himmelfahrtstag statt. Die Stadt Aachen hatte das mit einer Terminüberschneidung der Gäste begründet.

Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen erklärte in einem Statement, dass mit der Preisverleihung nicht der Krieg beendet oder die direkten Folgen des Krieges gemildert werden könnten. „Doch wir wollen dem ukrainischen Volk mit dem Karlspreis demonstrieren, dass es wahrgenommen wird, dass wir an seiner Seite stehen. Das tun wir hier in Aachen mit unseren Mitteln und mit vollem Herzen.“ Im Rahmenprogramm freue sie sich besonders auf einen Vortrag über „Frauen im Krieg und ihre Rollen“ sowie über den ukrainisch-deutscher Freundschaftsabend am 5. Mai, den Ukrainer aus Aachen mitgestalten.

Im Hörsaalzentrum der RWTH spricht am 12. Mai Oleksandra Matviichuk, Vorsitzende, Gesicht und Stimme des ukrainischen „Center for Civil Liberties“, für das sie im Jahre 2022 den Friedensnobelpreis ebenso wie den Right Livelihood Award, den „Alternativen Nobelpreis“, entgegennahm. Als Repräsentantin des ukrainischen Volkes wurde die 39-jährige Juristin im selben Jahr mit dem Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments geehrt.

Das große Open-Air-Event auf dem Katschhof zählt zu den festen Traditionen des Rahmenprogramms. Auch hier steht vor allem die politische Botschaft im Mittelpunkt, den Karlspreis als Zeichen der unverbrüchlichen Gemeinschaft Europas zu begehen. So stimmen bereits am 13. Mai Ihor und Denys Pankiv, zwei junge ukrainische Akkordeonisten aus Lliv/Lemberg, die bereits im Europaparlament und beim Jugendkarlspreis 2022 aufgetreten sind, auf die Verleihung des Karlspreises ein. Weitere Auftritte folgen. Am Karlspreis-Sonntag (14. Mai) empfangen Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und Dr. Jürgen Linden Karlspreisträger sowie Staats- und Ehrengäste der Verleihung auf der Bühne des Katschofs, mit denen sie gemeinsam ein Zeichen des Friedens setzen wollen. Interessierte Bürger sind herzlich zur Teilnahme an den Veranstaltungen des Rahmenprogramms eingeladen. (dpa/red/sue)

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