Nach Kindermord in Gent: Hunderte Menschen halten Mahnwache für Raul ab

<p>Auch Gents Bürgermeister Mathias De Clercq nahm an der Genkfeier teil.</p>
Auch Gents Bürgermeister Mathias De Clercq nahm an der Genkfeier teil. | Foto: belga

Etwa 300 Menschen hatten sich am Abend versammelt, um dem neunjährigen Raul zu gedenken. Auch die Familie von Raul nahm an der Gedenkfeier teil. Am Hafenstrand wurden unter anderem Blumen und Karten niedergelegt sowie Kerzen angezündet.

„Wir sind alle sehr betroffen über den Tod des kleinen Raul. Alle sind schockiert über das, was mit diesem Jungen geschehen ist. Unser aller Mitgefühl gilt denjenigen, die ihn kannten und liebten“, sagte der Bürgermeister von Gent, Mathias De Clercq (Open VLD) im Rahmen der Gedenkfeier. Das Stadtoberhaupt kündigte in seiner Rede auch an, dass am Houtdok eine dauerhafte Gedenkstätte für den Jungen eingerichtet werden soll. „Wir werden das mit der Familie besprechen. Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass Raul niemals vergessen werden darf. So etwas darf nie wieder passieren“, so De Clercq abschließend.

Offenbar ist der Junge bereits vor zweieinhalb Monaten gestorben und verschwunden. Das Kind soll demnach aus einer rumänischen Gemeinschaft stammen, deren Mitglieder von den Behörden unentdeckt in Belgien leben. Lange Zeit war nichts über den Fall bekannt, bis Familienangehörige die Behörden alarmierten.

<p>Der Tod des Jungen hatte in der Hafenstadt große Bestürzung ausgelöst.</p>
Der Tod des Jungen hatte in der Hafenstadt große Bestürzung ausgelöst. | Foto: belga

Wie erste Untersuchungen ergaben, war das getötete Kind in eine Sporttasche gesteckt und ins Wasser geworfen worden. Lokale Medien melden, dass das Kind möglicherweise schwer misshandelt wurde und dass es sich bei seiner Familie um einen „Problemhaushalt“ handele, in dem Gewalt an der Tagesordnung war. Viele Informationen zu dem Fall gibt die Polizei nicht frei.

Im Zuge der Ermittlungen zum Tod des neun Jahre alten Raul wurde am Wochenende dessen Stiefvater in den Niederlanden in der Nähe von Eindhoven festgenommen. Der 34-Jährige steht im Verdacht, etwas mit dem Tod des Jungen zu tun zu haben. Er soll in den kommenden Tagen nach Belgien überstellt werden. Zuvor wurde bereits die 34-jährige Mutter des Kindes festgenommen. Ihr wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. (belga/calü)

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