Umfrage zur Pariser Ringautobahn: Fahrspur für Fahrgemeinschaften?

<p>Die Stadtautobahn Boulevard Peripherique um Paris ist regelmäßig dicht befahren.</p>
Die Stadtautobahn Boulevard Peripherique um Paris ist regelmäßig dicht befahren. | Foto: Stephane De Sakutin/AFP/dpa

Um die Verkehrswende in Paris voranzutreiben, hat die Stadt eine Bürgerbefragung zur Zukunft der stark befahrenen Ringautobahn gestartet. Auf dem Boulevard Périphérique, wie die 35 Kilometer lange Stadtautobahn um Paris genannt wird, soll von den Olympischen Sommerspielen 2024 an eine Fahrspur für Taxis, Busse und Fahrgemeinschaften reserviert werden. Streit ist dabei bereits vorprogrammiert. Denn von den täglich rund 1,5 Million Autofahrern auf der am meisten befahrenen Straße Europas stammen etliche aus dem Umland. Diese Fahrerinnen und Fahrer haben nicht immer öffentliche Verkehrsmittel vor der Tür und halten wenig von Einschränkungen auf der ohnehin staugeplagten Strecke, ergab eine Umfrage 2021.

Während der Olympischen Spiele im kommenden Jahr soll die linke der zumeist vier Fahrspuren pro Richtung für Beteiligte der Spiele reserviert werden. Die am Montag begonnene Online-Befragung soll klären, wie es nach Olympia mit den reservierten Fahrstreifen weitergeht. Welche Kategorien von Fahrzeugen sollen sie nutzen dürfen, zu welchen Tageszeiten unter der Woche und am Wochenende und was für ein Tempolimit soll dann auf der Stadtautobahn gelten. Dass sämtliche Fahrspuren wieder wie bisher permanent für alle Autos offen stehen, ist nicht geplant. Die Befragung läuft bis zum 28. Mai.

Mit den reservierten Fahrspuren für Taxis, Busse und Fahrgemeinschaften will Paris den Umweltschutz voranbringen. Die Luftqualität für die rund 100.000 nahe der Schnellstraße wohnenden Menschen soll verbessert und die Lärmbelastung gesenkt werden, Staus der oft nur mit einer Person besetzten Autos sowie der Kraftstoffverbrauch insgesamt reduziert werden.

In wenigen Tagen feiert der Boulevard Périphérique übrigens sein 50-jähriges Bestehen. Am 25. April 1973 wurde der 17 Jahre zuvor begonnene Bau der Ringautobahn abgeschlossen, die für die Bewohner ebenso unverrückbar zu Paris gehört wie der Eiffelturm und die Métro.

Innerhalb von Paris hat die Stadt den Autoverkehr in den letzten Jahren bereits spürbar eingeschränkt und im Gegenzug mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger geschaffen. Für Wirbel sorgte vor gut zwei Wochen eine Bürgerbefragung zur Zukunft der E-Scooter. Obwohl sich nur wenige Einwohner an der Befragung beteiligten, folgt Paris dem Votum und verbannt die Mietroller ab September aus der Stadt. (dpa/calü)

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