Eupen
In dieser kurzen Zeit hat sich viel ereignet: die gesundheitliche Krise der Corona-Pandemie, die Hochwasserkatastrophe in der Region und seit nunmehr fast zehn Monaten der Krieg in der Ukraine mit den noch nicht ganz absehbaren Folgen für den Kontinent und die Gesellschaft.
Ausgerechnet am Samstag, dem internationalen Tag der Menschenrechte, wurde in Wien das Friedenslicht an Delegationen aus 21 europäischen Staaten verteilt. Zum ersten Mal dabei: Moldau und Monaco. Aber auch auf den amerikanischen Kontinent wird das Friedenslicht gebracht. Argentinien, Chile und die Vereinigten Staaten von Amerika sind dort die ersten Stationen.
Besonders berührend: Auch in die Ukraine wird das Friedenslicht gebracht, um dort ein wenig Licht, Wärme und Hoffnung zu spenden.
Wie in jedem Jahr war bereits am Freitagabend eine belgische Delegation nach Wien aufgebrochen, um das Friedenslicht für die Feier in Eupen in Empfang zu nehmen. Die Besonderheit in diesem Jahr: 16 junge Leute aus allen Provinzen und Bistümern des Landes bildeten die Vertretung und werden sich bemühen, das Friedenslicht landesweit zu verteilen. Ziel ist es, dass die kleine Flamme, die in der Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet wurde, bis Weihnachten zu einer Lichterkette wird, als Zeichen der weltweiten Verbundenheit und Solidarität.
Die Feier in der Friedenskirche enthielt traditionelle Pfadfinderelemente, wie das Versprechenslied und das Abendlied, die in den drei Landessprachen gesungen wurden. Beeindruckend auch das Zeugnis von Victor Laguna, welches per ingespielt wurde. Dort sind Pfadfinder damit beschäftigt, eine neue Kapelle für ihre Gemeinde zu bauen.
Laguna selbst hat im Sommer an einem Freiwilligeneinsatz mit Pfadfindern aus Polen, Deutschland und Frankreich teilgenommen, die an der polnischen Grenze zur Ukraine den Flüchtlingen beigestanden haben. Nicht gerade selbstverständlich, wenn man weiß, dass Nicaragua selbst regelmäßig von tropischen Wirbelstürmen, Überschwemmungen, Erdbeben und Tsunamis heimgesucht wird.

Von den belgischen Jugendlichen, die an der Wien-Fahrt teilgenommen haben, wurde die Einheit in der Gruppe unterstrichen, die trotz der unterschiedlichen Sprachen geherrscht habe. Auch betonten sie ihren Willen zum Engagement für Frieden, Gerechtigkeit und Klimaschutz. Dies wollen sie vor allem in der Gruppenarbeit mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen immer wieder anpacken und umsetzen.
Bischof Jean-Pierre Delville lobte dann auch den Einsatz der jungen Leute. Er wies aber auch darauf hin, dass es überall auf der Welt Menschen gibt, die dieses Licht brauchen. Natürlich dachte er dabei an die Menschen in der Ukraine. Er erinnerte an die Situation im Ost-Kongo, an die von Hunger bedrohten Menschen und diejenigen, die besonders unter den Auswirkungen der derzeitigen Energie- und Wirtschaftskrise zu leiden haben.
Bischof Jean-Pierre Delville gab das Friedenslicht weiter.
Bischof Delville war es dann auch, der den Vertretern der verschiedenen christlichen Religionsgemeinschaften als erste das Friedenslicht weitergab, bevor es an die angereisten Delegationen aus allen Landesteilen verteilt wurde. In den kommenden Tagen und an Weihnachten wird das Friedenslicht in zahlreichen Gemeinden und Pfarren des Landes verteilt, so auch in Ostbelgien. Für alle die noch kein Friedenslicht haben, ist es ab sofort im Animationszentrum Ephata, Bergkapellstraße 46 in Eupen erhältlich. (red/hegen)

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