Das Projekt, das den Namen „Testerep“ trägt, ist zum einen von archäologischer Bedeutung. Gleichzeitig erhoffen sich die Forscher in Hinblick auf den Klimawandel Hinweise darauf, wie sich die Küste verändern wird.
Testerep ist der Name einer Halbinsel, die sich einst von Westende bis Ostende erstreckte und vor etwa 1.000 Jahren noch durch einen breiten Gezeitenkanal vom Festland getrennt war. Zu dieser Zeit wurden wahrscheinlich die ersten Deiche gebaut. Aus dem östlichen Ende von Testerep entstand 1266 Ostende, allerdings wurde der Ort 1394 bei einer schweren Sturmflut fast vollständig weggespült.
Die Untersuchungen an der Küste konzentrieren sich auf die vergangenen 5.000 Jahre, da in diesem Zeitraum der Anstieg des Meeresspiegels (mit Ausnahme des letzten Jahrhunderts) konstant blieb. Die belgische Küste hat sich im Laufe der Zeit von einer natürlichen Landschaft zu einer vollständig von Menschenhand geschaffenen Küstenlinie entwickelt.
„Wir wollen unter anderem herausfinden, wie weit Testerep einst ins Meer hineinreichte, wie sich die Lage der Küstenlinie und der großen Gezeitenkanäle entwickelte und welche Auswirkungen die Schließung dieser Kanäle durch den Menschen auf die natürlichen Erosions- und Sedimentationsprozesse an der Küste hatte“, sagt Archäologe Soetkin Vervust von der Freien Universität Brüssel.
Die Forschungsarbeiten werden sowohl an Land als auch auf See durchgeführt. Wasserbauingenieure werden anhand mathematischer Modelle untersuchen, welche Faktoren zur Entstehung und zum Verschwinden von Testerep geführt haben. Darüber hinaus werden interaktive 3D-Simulationen der Landschaftsrevolution erstellt.
Auf Grundlage der gesammelten Daten sollen sinnvolle und zukunftssichere Küstenschutzmaßnahmen entwickelt werden. (belga/sue)

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